„Milliardär*innen besitzen so viel wie nie zuvor. Im letzten Jahr ist ihr Vermögen um weitere 2,5 Billionen US-Dollar gewachsen – dieser Anstieg entspricht fast dem gesamten Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung.

Der neue Ungleichheits-Bericht zeigt: Die Macht der Superreichen gefährdet die Demokratie. Wir müssen ihren extremen Reichtum angemessen besteuern, in soziale Gerechtigkeit investieren und Mittel für Entwicklungszusammenarbeit wieder erhöhen.„
So beginnt der aktuelle Oxfam Bericht 2026. Aber was dieser Bericht nicht sagt, nicht in seinen Bezügen zum Geld und den internationalen Finanzmärkten sagt, haben wir oben bereits angedeutet.
3.000 Milliardärinnen und Milliardäre weltweit zählten im vergangenen Jahr ein Vermögen von 18,3 Billionen US-Dollar (ungefähr 15,75 Billionen Euro). Seit 2020 wurden sie inflationsbereinigt um mehr als 80 Prozent reicher. Gleichzeitig lebt fast die Hälfte der Menschheit in Armut, betont Oxfam.
Die zwölf reichsten Menschen auf der Welt haben mehr Geld als die ärmste Hälfte der Welt; das sind knapp vier Milliarden Menschen oder ein Verhältnis von 12 zu 4.000 000 000. Ihr Vermögen wuchs im vergangenen Jahr um etwa 16%.
In Deutschland schaut es nicht anders aus: Die Zahl der Milliardärinnen und Milliardäre ist laut Oxfam im vergangenen Jahr deutlich gestiegen, und zwar um ein Drittel auf nun 172. Damit habe Deutschland die viertmeisten Milliardäre weltweit. Ihr Gesamtvermögen habe inflationsbereinigt ebenfalls um rund 30 Prozent auf 840,2 Milliarden US-Dollar zugenommen.
Oxfam kommt zu dem Schluss und warnt: die große Lücke zwischen Arm und Reich sei auch hier „ein idealer Nährboden für antidemokratische Kräfte“. Wir erkennen leicht, nicht nur der Demokratie geht es an den Kragen bzw. an den Geldbeutel. 82 Millionen Deutsche und 320 Millionen Amerikaner stehen ein paar Menschen gegenüber, die fast alles besitzen, fast alles entscheiden und fast unbegrenzt Einfluss nehmen auf die politische Ökonomie und die „politic stupid“.
So kritisiert Oxfams Deutschland-Chefin Becker. „Forbes“ schreibt über den US-Präsidenten: „Donald Trump steht der lukrativsten Präsidentschaft in der amerikanischen Geschichte vor und hat sein Vermögen um Milliarden erhöht, vor allem durch den Handel mit Kryptowährungen.“ Armes Forbes. Das ist nicht einmal im Ansatz das, was es hierzu zu sagen gibt.
Dem Oxfam-Bericht zufolge investierten 100 milliardenschwere Familien im vergangenen US-Präsidentschaftswahlkampf die Rekordsumme von 2,6 Milliarden Dollar. Dass ein Milliardär ein politisches Amt bekleidet, sei schätzungsweise 4.000 Mal wahrscheinlicher als bei einem normalen Bürger. Auch sieben der zehn größten Medienhäuser seien zumindest zu einem Anteil in der Hand von Milliardären.
Und wer entscheidet darüber, wem Grönland gehört? Wer, was mit Gaza passiert? Wie es mit der Ukraine weitergeht?
Rechnet die Umsätze der Tech-Konzerne aus dem Silicon Valley raus und schaut dann, was vom Reichtum der Nation USA noch übrig bleibt. Rechnet die Summen an Anleihen, Aktien und Derivate, die aus Reichtumsquellen angelegt und investiert werden aus den börsen-notierten Papieren raus und sucht dann nach den Papierwerten; nehmt eine starke Brille dazu!
Die alte Geldmengen Theorie hat aber auch schon ausgedient. An ihre Stelle tritt die sogenannten Modern Money Theory; dazu demnächst mehr.

Über den Autor
Dr. Franz Rieder – 35 Jahre Erfahrung im Aktien- und Zertifikate-Trading, Entwickler von Algo-Tradingsystemen. Betreiber von meine-börse.de.
