Hier findet Ihr ausgewählten Informationen zu neuen Technologie und zu interessanten bis spektakulären IPOs.

Immer höher, schneller, weiter. Auch Anthropic will diesen US-amerikanischen Weg aller Wege gehen. Und dabei klingt vieles wie beim Börsengang von SpaceX. Und vieles wird sich so oder fast so wiederholen. Schaut Euch die Geschichte von SpaceX an: Riesiege Emissionserlöse wegen Überzeichnung. Dann Absurz des Kurses auf ein Niveau unter dem Emissionspreis.
Nicht kleckern, sondern klotzen beschreibt die amerikanische Mentalität bei Börsengängen; so auch bei diesem anstehenden. Der Entwickler des KI-Modells Claude peilt nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg ein Emissionsvolumen an, das mindestens an den spektakulären Börsengang von SpaceX heranreichen soll; weniger wäre ein Desaster.
Anthropic bereitet dem Bericht zufolge eine öffentliche Einreichung der Börsenunterlagen vor, die bereits Ende August erfolgen könnte. Finanzchef Krishna Rao soll Investoren zuletzt über das Vorhaben informiert, konkrete Aussagen zur angestrebten Bewertung jedoch vermieden haben. Umfang und Zeitpunkt der Transaktion können sich noch ändern.
Die Messlatte ist SpaceX und wird von Anthropic neu gelegt, bei 75 Mrd. USD. Die hatte SpaceX beim Börsengang eingesammelt. Einschließlich der Mehrzuteilungsoption, die bei einer starken Nachfrage nach den Aktien genutzt werden kann, stieg das Volumen auf 86,2 Mrd. USD. Anthropic müsste sich somit in einer bislang kaum vorstellbaren Größenordnung am Kapitalmarkt finanzieren, um den Rekord tatsächlich zu brechen. Und das geht nur, wenn der Markt, also die Anleger und Investoren mitmachen; und sie werden mitmachen. Denn Gier frisst Hirn.
Anthropic nahm erst im Mai 65 Mrd. USD bei einer Bewertung von 965 Mrd. USD auf. Damit übertraf das Unternehmen die Bewertung des Konkurrenten OpenAI, der im März im Zuge einer 122 Mrd. USD schweren Finanzierungsrunde mit 852 Mrd. USD bewertet worden war.
Anthropic wird OpenAI auch beim Börsengang zuvorkommen. Während der ChatGPT-Entwickler nach Bloomberg-Informationen derzeit ein Listing im Jahr 2027 anstrebt, könnte Anthropic bereits deutlich früher an die Börse gehen. Beide Unternehmen sollen ihre Börsenpläne bereits vertraulich bei den zuständigen Behörden eingereicht haben.
Umsatz explodiert, Verluste ebenfalls
Die Fantasie der Investoren stützt sich vor allem auf das enorme Wachstum. Im zweiten Quartal erzielte Anthropic vorläufige Erlöse von mehr als 11,5 Mrd. USD. Im Vorjahresquartal waren es erst 787 Mio. USD gewesen. Bis Ende Juli erreichte der annualisierte Umsatz, also die auf ein Gesamtjahr hochgerechneten aktuellen Einnahmen, rund 65 Mrd. USD.
Das Wachstum hat allerdings seinen Preis. Anthropic verbuchte 2025 einen Nettoverlust von fast 42 Mrd. USD. Im Jahr zuvor hatte das Minus noch bei rund 8,3 Mrd. USD gelegen. Immerhin erreichte das Unternehmen im zweiten Quartal auf bereinigter operativer Basis erstmals die Gewinnzone. Ob sich daraus bereits ein nachhaltiger Trend ableiten lässt, bleibt angesichts der enormen Investitionen offen.
Das Kernproblem ist der Kapitalbedarf. Die Entwicklung leistungsfähiger KI-Modelle verschlingt Milliardenbeträge für Chips, Rechenzentren und Energie. Allein ein Vertrag über Rechenkapazitäten mit SpaceX könnte Anthropic in den kommenden drei Jahren einen zweistelligen Milliardenbetrag kosten. Zusätzlich bereitet das Unternehmen eine revolvierende Kreditlinie vor, deren Volumen die ursprünglich angestrebten 10 Mrd. USD übersteigen soll.
Gründer wollen Kontrolle behalten
Bei der Vorbereitung des Börsengangs arbeitet Anthropic mit Morgan Stanley, Goldman Sachs und JPMorgan zusammen. Weitere Banken könnten dem Konsortium beitreten. Das Unternehmen erwägt zudem die Einführung von Aktien mit erhöhtem Stimmrecht. Dadurch könnten Vorstandschef Dario Amodei und die weiteren Mitgründer ihre Kontrolle auch nach dem Börsengang absichern. Amodei selbst hält derzeit lediglich rund 2 % der Anteile.
Ein Rekorddebüt von Anthropic würde das ohnehin außergewöhnlich starke IPO-Jahr 2026 krönen. Bis zum 19. August haben neu gelistete Unternehmen in den USA bereits 160,6 Mrd. USD eingesammelt. Der bisherige Jahresrekord aus dem Jahr 2021 liegt bei 195,2 Mrd. USD. Allein Anthropic könnte ausreichen, um diese Marke deutlich zu übertreffen.
Fazit: Anthropic vereint zwei Extreme in sich. Ein geradezu explosionsartiges Umsatzwachstum und einen ebenso hohen Cashburn. Anleger müssen eine Bewertung wohl nahe der zwei Billionengrenze und Verluste in zweistelliger Milliardenhöhe akzeptieren. Ob dies in den künftigen Jahren noch Spielraum für eine positive Kursentwicklung lässt, ist mehr als fraglich. Vielleicht wird genau dieser Börsengang auch Peak-KI sein, zumindest in Sachen Börsenhype. Quelle: stock3
Investition „Weltall“- die wichtigsten ETFs, Eckdaten zum Börsengang Space X
Sicher wird sich auch der ein oder andere unserer Leser angesichts der intensiven medialen Berichterstattung fragen, welchen tieferen (Ertrags-) Sinn ein finanzielles Engagement rund um das Thema „Weltraumtechnologie“ haben könnte.
Bevor wir uns einem der Mega-Ereignisse des Jahres 2026 zuwenden, wollen wir zuvor einen Blick auf das Angebot an ETFs werfen, die sich auf das Thema „Kommerzialisierung des Weltraums“ spezialisiert haben, sog. Branchenfonds.
Generell ist anzumerken, dass Branchen-ETFs eine höhere Schwankungsbreite aufweisen als breit gestreute ETFs. Der Grund hierfür ist, dass die Wertentwicklung der enthaltenen Einzelwerte nicht unabhängig voneinander ist. Ein Beispiel: Berichtet ein Unternehmen über eine Abschwächung der Nachfrage in seinem Geschäftsbereich, befürchten Investoren, dass andere Unternehmen dieses Geschäftsbereichs ebenfalls betroffen sein könnten und verkaufen einige ihrer Aktien. In breit gestreuten ETFs gleichen sich solche Effekte eher aus, da hier i.d.R. die unterschiedlichsten Branchen vertreten sind.
Ein Branchenfonds bedarf also intensiverer Beobachtung als ein breit gestreutes Investment. Gleichfalls sollte sich das höhere Risiko bei der Gewichtung in einem Portfolio widerspiegeln.
Nachfolgend werden die wichtigsten Branchen-ETFs für den Bereich Space kurz vorgestellt.
Ihr möchtet wissen, welche Einzeltitel in einem ETF enthalten sind?
Für die schnelle Suche gebt Ihr einfach das Börsen-Kürzel oder den Fondsnamen in eine Suchmaschine ein und erhaltet die 10 größten Holdings des ETFs.
Wer’s genauer wissen möchte, findet bei z.B. TradingView die komplette Liste der vertretenen Firmen, die Gewichtung im Fonds, die Marktkapitalisierung und Wertentwicklung.
Ihr möchtet wissen, welchen Marktanteil die sog. space- und aerospace-basierten ETFs z.Zt. haben? Ungefähr 0,06% – also nix.
Hier die Auflistung der Fonds:
UFO* – globaler Fond: bildet den S-Network Space Index (SPACE), Satellitenkommunikation, Raketenstarts, Weltraumtechnologie und Satellitenbetrieb
-> Unternehmen, die von der Kommerzialisierung des Weltraums profitieren
ARKX – globaler Fond, aktiv gemanaged: Verteidigungsfähigkeit und Weltrauminfrastruktur
NASA – Tema Space Innovators ETF – aktiv gemanaged, globale Raumfahrtwirtschaft (die sogenannte „New Space Economy“). Investiert auch in aussichtsreiche (noch) nicht börsennotierte Unternehmen.
ROKT – bildet den S&P Kensho Final Frontiers Index, Emittent: State Street Global Advisors (SPDR). Erforschung des Weltraums und der Tiefsee arbeiten. Neue Technologien in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Verteidigung sowie ozeanografische Forschung.
MARS ETF (Roundhill Space & Technology ETF), aktiv gemanaged, Schwerpunkt: Unternehmen, die mindestens 50 % ihrer Umsätze im Bereich Weltraumtechnologie, Satelliten oder Raketenstarts erzielen, sog. Pure-Play-Space-Unternehmen.
Von den genannten ETFS sind nur 2 „wirkliche ETFs“ – d.h. sie bilden nach dem Prinzip des passiven Investierenseinen Index ab.
Die restlichen 3 nennen sich zwar ETF – die Titelauswahl erfolgt aber
aktiv wie bei „klassischen Fonds“ üblich durch das Fondsmanagement.
So etwas überliest sich gerne mal…
* Der UFO zeigt ein sehr schönes Beispiel für eines unserer vielversprechenden Chartsetups:
Alles, was Ihr dazu wissen müsst, ist in unserem Training Level I zu finden.
Bullischer Ausbruch aus mehrjähriger Konsolidierung. Kehrt der Kurs an den Ausbruchspunkt zurück und bewegt sich von dort wieder Richtung Norden, so spricht man von einem bestätigten Ausbruch, und die Signifikanz des Setups erhöht sich.


Space-X – Börsengang
An dieser Stelle sollen nur ein paar kurze Eckdaten aufgelistet werden. Wer interessiert ist, findet jederzeit die aktuellen Informationen auf den Webseiten von Nachrichtensenden und Internet-Fianzportalen.
Termin ist der 12. Juni 2026. Zur Zeit läuft die Roadshow. (Link).
Die Eckdaten:
Angestrebter Erlös: 75 Mrd. USD. 555,6 Millionen Aktien sollen ausgegeben werden. Besonderheit 1: Der Ausgabepreis steht mit 135 USD bereits fest.
Bewertung: 1,75 Billionen USD.
Dies wäre der größte IPO ever.
Bisheriger größter Börsengang war der IPO der saudiarabischen Ölfirma Saudi Aramco in 2019.
Space X ist defizitär: 4,94 Mrd. USD Verlust bei 18,67 Mrd. USD Umsatz
Zum Unternehmen gehören der Satelliten-Internetdienst Starlink, die KI-Firma xAI und die Online-Plattform X.
Die SpaceX-Raketen sind wesentlicher Bestandtteil des US-Raumfahrtprogramms. SpaceX erhält daher staatlicherseits Milliardenaufträge.
Vision sind u.a. Flüge zum Mars, eine Stadt auf dem Mond und KI-Rechenzentren im All. Auch die Öffnung der Raumfahrt für Privatpersonen war bereits im Gespräch.
Firmenchef Elon Musk soll die volle Kontrolle über Space X behalten. Er würde durch den Börsengang der erste USD-Billionär der Geschichte.
Seit Monaten brodelt die Gerüchteküche. So soll Besonderheit 2 Space X bereits kurz nach dem Börsengang per Ausnahmeregelung in den MSCI World aufgenommen werden. D.h. dass passive Fonds – die ETFs, s.o. – die Aktien entsprechend ihrer Anlagerichtlinien kaufen müssten. Dies würde den Aktienkurs von Space X stützen. Die Aussicht auf „ähnliche Ausnahmeregeln“ für den S&P 500 und den Nasdaq 100 wurde bereits zuvor per Gerücht in den Medien kolportiert. Für den Nasdaq 100 wurden sie (s. Interview mit Franz Georg Wenner, Link unten) mittlerweile bestätift, für den S&P500 lt. n-tv abgelehnt
Achtet auf die Nachrichten zu dem Thema nach dem Börsengang.
Hier ist ein Link zu einem Interview auf n-tv mit Franz-Georg Wenner von Index Radar:
https://www.n-tv.de/mediathek/sendungen/…92623.html
Sicherlich ist Elon Musk eine der – wenn nicht die – Unternehmernehmerpersönlichkeit unserer Zeit.
Wer sich bereits länger mit dem Thema Börse beschäftigt, kennt auch Elon Musks Rolle bei Tesla und seine außergewöhnlichen Fähigkeiten im Umgang mit dem Kapitalmarkt. Aufgrund dieser Fähigkeiten hat sich Musk eine große Fangemeinde unter den Privatanlegern aufgebaut. Diese sollen – ebenfalls gerüchteweise- bis zu 25 Prozent der Papiere als Privatanleger erwerben können. (Häufig liegt der Anteil bei ca. 10%).
20.08.2026:
Die Aktie des US-Biotechunternehmens Moderna verzeichnet heute eine gesunde Korrektur und notiert an den deutschen Börsen mit einem Minus von knapp 9 Prozent bei rund 136 Euro. Gestern erlebte das Papier eine historische Kursexplosion von über 170 Prozent, nachdem das Unternehmen einen medizinischen Durchbruch bei einem mRNA-Krebsimpfstoff gemeldet hatte.
Der Grund für den Hype: Durchbruch bei HautkrebsModerna und sein Partner Merck & Co. gaben bekannt, dass ihr personalisierter mRNA-Impfstoff (Intismeran autogene) in einer wichtigen Phase-3-Zulassungsstudie bei Patienten mit schwarzem Hautkrebs (Melanom) seinen primären Endpunkt erfolgreich erreicht hat.
Die Wirkung: Der Impfstoff wird für jeden Patienten individuell hergestellt. Er trainiert das Immunsystem darauf, verbleibende Krebszellen nach einer Operation zu erkennen und zu bekämpfen, um Rückfälle zu verhindern.
Die Euphorie: Experten sprechen von einer „Revolution in der Onkologie“ und dem echten Beweis, dass die im Zuge der Corona-Pandemie bekannt gewordene mRNA-Technologie auch im Kampf gegen Krebs massiven Erfolg haben kann.
Die genauen Studiendetails sollen im Herbst auf einem Fachkongress vorgestellt werden.
Warum die Aktie heute fällt:
Nachdem der Kurs gestern von ca. 63 US-Dollar in der Spitze bis auf über 176 US-Dollar geschossen war, nutzen viele Anleger den heutigen Tag für Gewinnmitnahmen. Zudem gab es von Analysten massive Hochstufungen (einige hoben ihre Kursziele von 40 auf 170 US-Dollar an), allerdings mahnen erste Experten auch zur Vorsicht.
Sie betonen, dass in dem aktuell hohen Kurs bereits extrem viel Zukunft auf einmal eingepreist wurde, obwohl noch Fragen zur genauen Effektstärke und der komplexen Massenproduktion der personalisierten Impfstoffe offen sind.
Hinter dem US-amerikanischen Biotechnologieunternehmen Moderna stehen vor allem der französische Vorstandschef Stéphane Bancel sowie der Risikokapitalgeber und Mitgründer Noubar Afeyan von der Innovationsgesellschaft Flagship Pioneering. Das Unternehmen mit Sitz in Cambridge, Massachusetts, gehört heute zu den weltweiten Pionieren der mRNA-Technologie. (Quelle: KI)
