Dieser Bereich is under construction und wird in den nächsten 4-5 Tagen fetiggestellt (Ja, meine-börse denkt in kleineren Zeiteinheiten als unsere Regierung in Berlin). Teile der folgenden Ausführungen können auf der Webseite der Societe Generale nachgelesen werden.

Elliott-Wellen und Fibonacci sind unverzichtbare Werkzeuge der Chart-Analyse und des Trading Managements. Ohne sie sollte niemand sein oder geliehenes Geld (meine Börse rät vom Einsatz von geliehenem Geld strikt ab) an den Börsen setzen. Auch wenn es an manchen Stellen schwierig erscheint, die Theorie nachzuvollziehen, Ihr werdet allen wichtigen Elementen auf meine-börse täglich begegnen und bald wird sich ein wunderbarer Lerneffekt eingestellt haben. Also, mit frohem Mut rein in die Wellen.

Rob Chandler CC BY-SA 2.0

Beginnen wir nicht mit einem Widerspruch? Wie können Prinzipien fraktal sein? Es geht, und eigentlich schon seit Platon, also seit mehr als 2 500 Jahren. Die Elliott-Wellen kennen wir seit den Dreißigerjahren des letzten Jahrhunderts. Ein Buchhalter, kein Philosoph oder Mathematiker hat diese erste, ernstzunehmende Theorie der Aktienkurse entwickelt.
Ralph Nelson Elliott nahm sich der von Charles Dow entwickelten Dow-Theorie sowie der Fibonacci-Zahlenfolge an und – wir behaupten, ohne es beweisen zu können – brachte beide mit Platons Vorstellung von dem Verhältnis von Idee und Muster bzw. unvollständiger Verwirklichung von Ideen zusammen.
Das klingt weit hergeholt, erscheint aber so, weil im neuzeitlichen Tohuwabohu der mathematisch-empirischen Wissenschaften Platons Philosophie zunehmend in Vergessenheit geraten war. Paradoxerweise sind es gerade die technisch orientierten Anleger, die den Elliott-Wellen größte Bedeutung bei ihren Entscheidungen beimessen.
Damals, als Elliott begann, Kurshistorien von Aktien- und Indexcharts über Monate, Jahre, Jahrzehnte zu analysieren galt die unverrückbare Maxime mathematischer Erkenntnis, Gott würfelt nicht. Also ist im wunderschönen System der Welt kein Zufall am Werke. Aber da es nun einmal den Zufall gibt und alles, was bis dato nicht berechenbar und somit auch nicht vorhersagbar war, nur vom Zufall bewirkt sein konnte, galt das Urteil: Kursbewegungen an Aktienmärkten sind, da unvorhersehbar auch zufällig sein mussten.
Elliott fand heraus, dass dies nicht stimmte. Er nahm die vom bedeutenden, italienischen Mathematiker, Leonardo da Pisa – als Fibonacci bekannt – benannte Zahlenfolge zur Hand und wandte sie auf Kursbewegungen an und siehe da, Kurse zeigten Muster, keine Muster, die immer gleich, mithin also nicht identischer Art waren, aber solche, wie die Muster des Lebens und des Wachstums in der Natur, auch hier an Aktienmärkten aufzufinden waren.

Mit Fibonacci bis heute verbunden ist die Idee und die Berechnung des „goldenen Schnitts“, die jeder Mathematiker früh schon in seinem Studium kennenlernt.
Der Goldene Schnitt (auch als „göttliche Proportion“ oder „Goldenes Verhältnis“ bekannt) ist ein besonderes mathematisches Teilungsverhältnis zweier Größen zueinander. 
Das Verhältnis: Es beschreibt eine Teilung, bei der sich die kleinere Teilstrecke (b) zur größeren Teilstrecke (a) genauso verhält wie die größere Teilstrecke (a) zur Gesamtstrecke (a+b). 
Der Wert: Dieses Verhältnis wird oft mit dem griechischen Buchstaben Phi ((\phi )) bezeichnet und beträgt ungefähr 1,61803.
Harmonie: Das Teilungsverhältnis wird seit der Antike als besonders ausgewogen, ästhetisch und harmonisch empfunden und als Gestaltungsregel verwendet. 
Verbindung zur Fibonacci-Folge Die Zahlen in den Quadraten des Bildes (z. B. 5, 8, 13, 21, 34, 55) sind Teil der Fibonacci-Folge.
Goldene Spirale: Die im Bild gezeigte Spirale, die durch das Zeichnen von Bögen in den aneinandergefügten Quadraten mit Fibonacci-Seitenlängen entsteht, wird als Goldene Spirale bezeichnet – so viel bis hierher. Wer mehr wissen will, findet im Internet, was das mathematische Herz bestimmt höher schlagen lässt. 

Elliott veröffentlichte seine Erkenntnisse in zwei Büchern (»The Wave Principle«, 1938, und »Nature’s Law – The Secret of the Universe«, 1946). Verbreitung fand seine Idee aber erst mit der Veröffentlichung des Buchs »Elliott Wave Principle« von A. J. Frost und Robert Prechter im Jahr 1978 und – nun in einem ganz anderen Licht bestrahlt, nachdem der Psychologe und ehemalige Merrill Lynch-Analyst, Robert Prechter, durch mehrere korrekte Vorhersagen großer Trendwenden in den Achtzigerjahren sowie den Gewinn der US-Trading-Meisterschaften 1984 große Bekanntheit erlangte.

Eliot Grundmuster


Die Abbildung zeigt das Grundmuster der Elliott-Wellen-Theorie, ein einfaches Zick-Zack-Muster, wobei 2 und 4 stets unterhalb der 1 und der 3 liegen müssen, wie die a-Welle unterhalb der b-Welle. Alle Muster bilden zunächst einmal ein Preis-Muster. D.h. die zeitliche Abfolge geht von relativen Hoch- und Tiefpreisen aus, während die Längenverhältnisse angeben, in welchen preislichen Ratios die einzelnen kategorisierten Wellen zueinander stehen.
Wir erkennen, der Abschnitt – wir sprechen auch von Segmenten – von 2 zu 3 ist länger als der von 4 zu 5, wie auch a zu b zeitlich kürzer ist als a zu c.

Die Elliott-Wellen-Theorie ist der Versuch einer Relation zwischen Längen- und Zeitverhältnissen in Formationen, also in Kursverläufen, herzustellen.
Ihr Nutzen liegt hauptsächlich darin, dass die Elliott-Wellen erlauben, Kursziele zu bestimmen. Und zwar auf zwei Weisen. Einmal bei der Ermittlung von Kurszielen in Korrekturphasen bzw. Retracements, zum anderen in Trendverläufen, bei denen wir von Projektionen bzw. Extensionen sprechen. Korrektur- und Trend- bzw. Impulsphasen wechseln sich ab und können von sehr unterschiedlicher Dauer und Ausprägung sein, sowohl „long“ als auch „short“.

Natürlich gibt es auch einige Vorbehalte gegen die Elliott-Wellen, aber selbst professionelle Analysten kommen kaum umhin, die Fibonacci Ratios, wenn nicht explizit, so doch implizit bei ihren Entscheidungen, ob sie long oder short gehen – oder besser noch abwarten – heranzuziehen.

Blickt man auf die Elliott-Wellen-Theorie insgesamt, dann findet man unschwer ein Prinzip innerhalb von Kursentwicklungen, welches der Acht-Wellen-Zyklus genannt wird. Der besteht, wie die Grafik oben zeigt, aus fünf Impulswellen in Trendrichtung und direkt daran anschließend drei Korrekturwellen in entgegengesetzter Richtung. Kennzeichnungen der Impulswellen sind die Zahlen 1 bis 5, bei Korrekturwellen die Buchstaben a, b und c .
Es gibt verschiedene Ausdehnungen, die Elliott zu neun Rängen bzw. Größen von Trends kategorisierte und die auf der Zeitachse von wenigen Stunden bis rund 200 Jahre reichten. Der fraktale Charakter der Märkte spiegelt sich nach seiner Theorie darin, dass jede Welle Bestandteil einer Welle des nächsthöheren Rangs ist und selbst wiederum in Wellen des nächstniedrigeren Rangs unterteilt werden kann.
Die Acht-Wellen-Struktur bleibt dabei immer erhalten. Daraus folgt, dass man bei immer genauerer Unterteilung der Wellen bzw. Zyklen die Wellen-Sequenzen 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89 etc. erhält, die nichts anderes als die oben erwähnte Fibonacci-Zahlenfolge darstellen. Man zählt: 1 + 2 = 3 + 2 = 5 + 3 = 8 + 5 = 13 + 8 = 21 + 13 = 34 + 21 = 55 + 34 = 89 u.s.w.
Ob eine Elliott-Welle in drei oder fünf Wellen unterteilt wird, hängt von der Trendrichtung der nächstgrößeren Welle – also des nächsthöheren Rangs – ab. Befindet sich eine Welle im Impuls bzw. Aufwärtstrend, dann folgen Unterteilungen nach dem 5er Schema. Korrekturwellen bzw. Retracements folgen dem 3er Schema.
Dieses Prinzip der Anschluss- oder Folgewellen ist fraktal, weil man es auf allen Wellengraden findet, einzige Ausnahme stellen sogenannte Dreiecke dar, die einen Impuls, das heißt eine Trendwelle, in fünf Subwellen korrigieren.

Welche Regeln existieren in dem Acht-Wellen-Zyklus?
Welche in den Impulsphasen (5er-Wellen) und welche in den Korrekturphasen (3er-Wellen)?



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Fibonnacci-Retracements.
In jeder Kursentwicklung kommt es früher oder später zu Bewegungen in die Gegenrichtung. Solche Gegenbewegungen nennt man Retracements. Das sind bestimmte prozentuale Niveaus, auf denen die Kurse an den Finanzmärkten typischerweise eine vorausgegangene Bewegung korrigieren.
Es gibt seit fast einhundert Jahren verschiedene Arten, solche Retracements zu bestimmen, durchgesetzt haben in der Praxis die Fibonacci-Retracements, die auf die Untersuchungen von R. N. Elliott zurückgehen.
In jeder Chartanalyse-Software ist das entsprechende Werkzeug zum Auffinden der Retracement-Niveaus mittlerweile enthalten. Die u.s. Grafik zeigt den Umgang damit. Das 0-Prozent-Niveau wird dabei an den Ursprung der Trendbewegung, das bedeutet an ein vorausgegangenes bedeutendes Tief oder Hoch, angelegt. Das 100-Prozent-Niveau wird an das Hoch oder Tief angelegt, von dem die aktuelle Korrektur startete.

Korrekturniveaus.
Die drei wichtigsten Fibonacci-Ratios – genau genommen sprechen wir von Zone, die aber auch manchale exakt an den nominellen Ratios liegen – sind 0,382, 0,50 und 0,618. Dem entsprechen die prozentualen Korrekturniveaus 38,2 Prozent, 50 Prozent und 61,8 Prozent.

Daneben finden auch das 23,6-Prozent-Retracement, das 76,4- sowie das 78,6-Prozent-Retracement starke Beachtung. Das 50-Prozent-Korrekturniveau gilt auch nach Charles Dow und W. D. Gann als wichtiges Retracement. Dow verwendete daneben das 1/3-Korrekturniveau sowie das 2/3-Korrekturniveau. Gann hielt unter anderem das 25-Prozent-Korrekturniveau und das 75-Prozent-Korrekturniveau für ebenfalls relevant. Die praktischen Unterschiede zwischen den drei genannten Vordenkern hielten sich somit in engen Grenzen.

Wie wir stets betont haben, solltet Ihr euch nicht auf einen einzigen technischen Hinweis verlassen, sondern das Kursbild mindestens von 2 Seiten her betrachten. Zur Steigerung Eurer Erfolgsaussichten sollten daher immer auch andere Methoden und Werkzeuge der Technischen Analyse mit zurate gezogen werden.
Insbesondere die Trendanalyse und die »klassischen« Unterstützungen bzw. Widerstände sind dabei von hoher Relevanz. Bilden Retracements gemeinsam mit klassischen Unterstützungen bzw. Widerständen ein oder mehrere Cluster auf einer oder sogar auf 2 Zeitebenen, da sie nahe beieinander oder sogar aufeinander liegen, steigt die Erfolgsaussicht auf ein Drehen der Kurse deutlich an.

Es hilft auch am Anfang, Retracements als einfache Einstiegstechnik zu nutzen: Wenn die grundsätzliche Entscheidung für beispielsweise einen Long-Trade bereits gefallen ist, könnte ein Trader nach dem Beginn der Korrektur auf dem 50-Prozent-Niveau eine erste (halbe) Position eingehen (per Limitorder) und auf dem 61,8-Prozent-Niveau eine zweite. Der Stop-Loss für beide Teilpositionen sollte dann unterhalb des Ausgangspunkts der Trendbewegung, das heißt des 100-Prozent-Retracements, platziert werden. Aber, wie gesagt, für den Anfang kann man das machen und vor allem im Demo-Betrieb trainieren und die Ergebnisse zu seinem Erfahrungsschatz einstreichen.

Impulswellen in Trendrichtung sind immer unterteilt in fünf Subwellen. Dabei muss die Welle 1 immer eine Impulswelle oder ein sogenanntes Leading Diagonal Triangle (LDT) sein, bei dem die Begrenzungslinien konvergieren.
Wie die Impulswelle besteht das LDT aus fünf Subwellen. Bei Letzterem kommt es jedoch zu einer preislichen Überlappung zwischen Welle 1 und Welle 4, während dies bei der Impulswelle nicht erlaubt ist.
Die Welle 2 stellt eine aus drei Wellen bestehende Korrekturwelle der Welle 1 dar und darf dabei das Tief der Welle 1 nicht zu 100 Prozent erreichen.
Die Welle 3 stellt dann wieder eine Impulswelle dar und darf niemals die kürzeste der fünf Wellen sein.
Die Welle 4 stellt wiederum eine Korrekturwelle dar, die entweder dreiwellig oder ein aus fünf Subwellen bestehendes Dreieck ist. Mit Ausnahme des LDT (siehe Grafik 1) darf die Welle 4 die Preiskurve nicht bis in das Territorium der vorausgegangenen Welle 1 zurückführen.
Die Welle 5 muss ein Impuls oder ein sogenanntes Ending Diagonal Triangle (EDT) sein. Beim EDT konvergieren die Begrenzungslinien und es kommt zu einer preislichen Überlappung von Subwelle 4 mit Subwelle 1.
Anders als beim LDT bestehen die fünf Subwellen jedoch ausschließlich aus Korrekturwellen, sodass sich eine 3-3-3-3-3-Sequenz statt einer 5-3-5-3-5-Sequenz ergibt.
Mit Blick auf die Richtlinien zu Impulswellen ist festzustellen, dass in der Regel eine der drei Impulswellen in Trendrichtung eine Ausdehnung aufweist, das heißt preislich signifikant länger ist als die anderen beiden.
Im Bereich der Aktienmärkte ist dies meist die Welle 3, während es an den Rohstoffmärkten häufig die Welle 5 ist.
Die einzelnen Impulswellen stehen dabei meist in einem Fibonacci-Verhältnis zueinander. Eine ausgedehnte Impulswelle erreicht häufig 161,8 Prozent der Länge der anderen Impulswellen.
Weitere oft anzutreffende Ausdehnungsgrade sind 200 Prozent und 261,8 Prozent.
Kommt es bei einer Impulswelle zu einer Ausdehnung – vor allem bei Welle 3 – so sind die anderen beiden Wellen in Trendrichtung häufig in etwa gleich lang.
Kommt es bei Welle 5 zu einer Ausdehnung, so ergibt sich ein mögliches Kursziel, indem man 161,8 Prozent der Strecke vom Tief (im Aufwärtstrend) der Welle 1 zum Hoch der Welle 3 am Tief der Welle 4 nach oben projiziert.
Ferner ist bei der Ausbildung der Welle 5 in der Regel eine Abschwächung der Trenddynamik (Momentum) sowie ein Rückgang im Handelsvolumen festzustellen.

Mehr dazu auf: https://takeprofit.com/posts/mtc-education-elliott-impulses-38
Eliot - Grundmuster
Ein kleiner Fehler in der Grafik: links zählen wir 3 impulsive Elemente in einer 5er Welle; nicht 5 impulsive Elemente

Bitte beachtet die Zählung: In der Mitte – gestrichelte Linie – steht eine 1 über der 5 und dann seht Ihr eine 2 unter der c. D.h. die Impulswelle 1-5 ist abgeschlossen und bildet in der übergeordneten Zählung die Welle 1. Die abgeschlossene Korrektur ist dann die Welle 2. Was folgt wohl? Richtig, eine Welle 3.

In Korrekturwellen finden wir in den meisten Fällen die Formen: Zig-Zag, Flat und Dreieck – leider gibt es auch Kombinationen aus diesen drei Formen und man spricht dann von komplexen Korrekturen, die wir hier aber nicht behandeln können und müssen, weil das im Alltag einer Traderin, eines Traders zu mühsam und zu wenig effektiv ist. Man kann solche Phasen auch einfach aussitzen.

Zig-Zag ist ein dreiwelliges Korrekturmuster mit der Wellenstruktur 5-3-5. Die erste in Richtung des Korrekturtrends laufende Welle a kann fünf Subwellen aufweisen.
Die an die Welle a anschließende Welle b korrigiert die Welle a in der Regel in drei Wellen, wobei die Korrektur (Größe) nicht den Ausgangspunkt bzw. den Ausgangswert der Welle a erreichen darf.
Nach Elliott muss sich eine fünfteilige Welle c in Richtung des Korrekturtrends anschließen, wobei die Welle c über den Endpunkt der Welle a hinausläuft.
Das dreiwellige Korrekturmuster Flat stellt eine eher seitwärts gerichtete Korrektur dar und weist die Wellensequenz 3-3-5 auf.
Die Welle a ist wie die Welle b dreiwellig und wird gefolgt von einer fünfwelligen c-Welle.

Das fünfwellige Dreieck findet sich oft in der Form eines Contracting Triangle. Ein Contracting Triangle (zusammenlaufendes Dreieck) in der Elliott-Wellen-Theorie ist ein Korrekturmuster, das durch eine seitwärts gerichtete Konsolidierung gekennzeichnet ist, bei der die Kursspanne immer enger wird. Es handelt sich um ein Muster aus fünf Wellen (Beinen), die meist mit A-B-C-D-E (a,b,c,d,e) bezeichnet werden, wobei jedes Bein wiederum aus drei Unterwellen besteht.
Struktur: 3-3-3-3-3 (jedes der fünf Beine besteht aus drei kleineren Korrekturwellen).
Form: Die Trendlinien, die die Hoch- und Tiefpunkte verbinden, laufen zusammen (kegelförmig).
Auftreten: Contracting Triangles treten in der Regel nur in Positionen vor der letzten Welle auf, typischerweise als Welle 4, Welle B oder Welle X (in komplexen Korrekturen). Sie erscheinen nicht in Welle 2 oder Welle A.
Position: Welle 4, Welle B oder Welle Y/X.
Verhalten: Nach Abschluss des Dreiecks folgt oft ein schneller Ausbruch in Richtung des übergeordneten Trends (sog. „Thrust“).
Es gibt vier Varianten des Contracting Triangle, wobei das symmetrische Dreieck die häufigste Form ist.

Wichtig für Trader ist das Prinzip der Korrekturwellen, wonach Korrekturwellen die vorausgegangene Trendbewegung in der Regel in einem Fibonacci-Verhältnis korrigieren (Fibonacci-Retracement), bevor sich der Trend fortsetzt (Fortsetzungs-Trend).
Typisch vorkommende Retracement-Niveaus sind 23,6 Prozent, 38,2 Prozent, 50 Prozent, 61,8 Prozent und 76,4 Prozent / 78,6 Prozent.
Die Korrekturwelle 2 korrigiert häufig 50 Prozent oder 61,8 Prozent der Welle 1, während die Welle 4 eher dazu neigt, 23,6 Prozent oder 38,2 Prozent der Welle 3 zu retracen.
Gemäß der sogenannten Rule of Alternation ist es unwahrscheinlich, dass im Rahmen einer Impulsbewegung zweimal hintereinander dieselbe Korrekturform auftritt. Entwickelt sich also in Welle 2 ein Zig-Zag, so ist zu erwarten, dass sich Welle 4 als ein Flat oder Dreieck ausbilden wird.
Wie bei den Impulswellen gibt es auch Zielprojektionen aus dem Verhältnis der Subwellen der Korrektur. Am wichtigsten ist die Richtlinie, dass die Welle c einer Zig-Zag-Formation preislich häufig genauso lang ist wie Welle a.

Eliot Zig-Zag - Flat und Dreieck


Teil I: Bärische Formationen:

Wir analysieren Charts. In Charts finden wir alles, was eine technische Analyse erfordert. Die Analyse heißt technisch, weil sie nach wiederkehrenden Mustern Ausschau hält. Muster (Pattern) aber sind nach Elliott keine selbst-identischen, sondern selbst-ähnliche Formationen, Die Formationsanalyse ist daher sehr flexibel und eher vergleichbar mit ständig wechselnden Formationen, wie man sie in asymmetrischen Abläufen findet und nicht so sehr in starren Ordnungsprinzipien.
Muster sind nach dem bisher Gelernten entweder bärisch oder bullisch, also in Aufwärts- oder in Abwärtstrends zu suchen, wobei Korrekturen bzw. Retracements durchaus, wie gelernt, auch Muster aufzeigen.
Ein besonderer Fall liegt bei einem bärischen Muster vor. In der Regel ergibt sich erst mit dem Ausbruch aus dem bärischen Muster eine echte analytische Aussagekraft hinsichtlich der weiteren Kursentwicklung. Grundsätzlich gilt: Erfolgt der Ausbruch aus einer Formation, wird diese bestätigt. Wir möchten nur kurz an dieser Stelle darauf hinweisen, dass in vielen Fällen das Handelsvolumen eine bedeutende Rolle bei der Validierung des Ausbruchs spielen kann.
Was aber mit jedem Ausbruch verbunden ist, ist, dass erst danach erste Anzeichen ersichtlich sind, ob es mit höherer Wahrscheinlichkeit zur Fortsetzung des mit der Formation unterbrochenen Trends oder zu einer Umkehr des Trends kommt; hier werden von Einsteigern bzw. Neulingen auf dem Börsenparkett die meisten und die teuersten Fehler gemacht.

Sehr einfach und trotzdem sehr effektiv ist eine Chartformation, die dazu noch sehr bekannt und in der Regel schnell zu erkennen ist: das Doppeltop.



Das Doppeltop – gerne auch M-Formation genannt – gibt recht oft das Signal für eine bärische Trendwende (wir sprechen auch über Umkehrpunkte). Die Grafik zeigt schematisch dieses typische Muster, bei dem innerhalb eines Aufwärtstrends die Kurse und die Kaufvolumina zunehmen (A), dann wieder nachlassen bzw. Verkäufe dominieren (B), um dann wieder anzuziehen bis zur Größe von A, was mit dem Buchstaben C markiert wird.
Fällt der Kurs von C unter die Unterstützungslinie (hier gestrichelt) und kommt lediglich bis zum Punkt des Durchbruchs nach unten wieder zurück – nun sprechen wir von einem Widerstand anstelle einer Unterstützung – und fällt dann wieder, ist dies ein fast schon untrügliches Zeichen, dass die Verkäufe bzw. die Short-Käufe zunehmen und weitere Tiefpunkte wahrscheinlich werden.

Wichtig zu merken sind folgende Punkte:
Der Punkt B muss per Schlusskurs unterschritten werden. Erst dann liegt ein vollendetes bzw. bestätigtes Doppeltop vor. Vor der Notierung des Schlusskurses wäre auch die Ausbildung einer trendbestätigenden Seitwärtskonsolidierung denkbar.

Der Durchbruch bei Punkt B sollte gleichzeit mit steigendem Volumen stattfinden, weil sonst das Risiko von Fehlsignalen sich vergrößert.
Häufig kommt es anschließend bei abnehmendem Volumen zu einer Rückkehrbewegung (Pullback) in Richtung des Durchbruchspunkts, der nun als Widerstand fungiert. Danach sollte sich der etablierte Abwärtstrend durch wiederum steigende Volumina bestätigen und fortsetzen.

Das analytische Mindestkursziel aus dem Doppeltop ergibt sich aus der Spiegelung der Formationshöhe am Punkt B nach unten (die senkrechte Linie zwischen A und C und deren Projektion nach unten von der Größe B aus.

Bullische Formationen:

What goes up must go down. Ach, wie lieben doch die Trader die Bullen und wie fürchten sie die Bären. Nichts ist schlimmer als der Schlaf der Börsen-Händler.
Hatten wir soeben die M-Formation besprochen, sind wir nicht überrascht, dass es auch eine W-Formation gibt. Sie wird gerne auch Doppelboden in Anlehnung an das Doppeltop genannt und sieht schematisch so aus:

Eliot-Wellen Doppelboden

Es gilt das eben Gesagte, nur eben in umgekehrter Richtung, da, wie man schnell sieht, alle Elemente gleich sind wie bei der M-Formation.
Eins aber ist ein wenig anders und von Bedeutung: es gilt, wie allgemein bei unteren Umkehrformationen, dass das Volumen eine wesentlich wichtigere Rolle spielt als bei oberen Umkehrformationen.
Um es physikalisch auszudrücken: Die Fall-Energie ist deutlich kleiner als die Energie, die aufgewendet werden muss, um die Anziehungskraft des Bodens in einen Aufstieg zu überwinden.
Jeder erfahrene Trader weiss, es braucht mehr als nur einen kleinen Hopser nach oben, denn schnell ist der wieder zurück auf Ground Zero. Es bedarf schon einer signifikanten Zunahme des Kaufdrucks, um einen Bullenmarkt ins Laufen zu bringen. Entsprechend sollte das Volumen beim Doppelboden deutlich ansteigen, wenn der Durchbruchspunkt B überwunden wird.
Merke: Generell fallen Kurse schneller und steiler, als sie sich in Gegenrichtung aufwärts bewegen. Darum sprechen Börsianer auch gerne die Warnung aus: Greife niemals in ein fallendes Messer.

Teil II: Kopf-Schulter-Formationen.

Schauen wir uns die Kopf-Schulter- sowie die inverse Kopf-Schulter-Formation als spiegelbildliches bullishes Gegenstück zu den Mustern Doppeltop und Doppelboden nun an und merken uns: diese Formationsgruppe findet man nicht nur als Trendumkehrmuster, sondern auch als Fortsetzungsmuster; damit unterscheiden sie sich von Doppeltop und Doppelboden, die nur als Trendumkehrmuster vorkommen.
Sie gehören also mit ins Standard-Arsenal des analyse-technisch orientierten Traders, sind als Muster ständige Begleiter im Trade Management.


Grafik oben: Sehen wir die Kopf-Schulter-Formation als bärische Umkehrformation weist der Trend zunächst nach oben. Am Punkt A kommt es dann zur Ausbildung eines Hochs, dem eine Korrektur im Aufwärtstrend folgt – wir kennen das aus den M- und W-Formationen. Am Punkt B wechselt der Kurs seine Richtung und erreicht in der Regel ein neues Verlaufshoch (Punkt C), was einer relativen Zunahme des Handelsvolumens, aber nicht dem trendgebundenen Handelsvolumen entspricht. Wir sehen dann in unseren Handelsplattformen ein aufsteigendes, aber trotzdem nominell geringeres Handelsvolumen als beim vorausgegangenen Impuls in Richtung Punkt A:
Merke: dies stellt für den technisch orientierten Anleger bereits ein erstes Warnsignal dar.

Bei Punkt C sehen wir dann in unseren Handelssystemen (wir benutzen Pepperstone) eine sogenannte negative Divergenz in momentumbasierten Indikatoren; hier sollte der RSI ( Relative Strength Index) besondere Aufmerksamkeit erhalten, der an dieser Stelle fortlaufend bereits einen Verlust an Schwungkraft (abnehmende relative Stärke) signalisiert.

Wir sehen alsdann den Kurs zum Punkt D fallen und unterschreiten damit die Unterstützung von Punkt A (Linie A bis E) und sehen ein weiteres Warnsignal.
Zudem wird meist auf dem Weg zu Punkt D eine Aufwärtstrendlinie gebrochen – das dritte Warnsignal.
Anschließend steigt der Kurs zu Punkt E, was im Handelssystem mit geringerem Volumen als im Abschwung zu D indiziert wird.
Bei Punkt E sehen wir ein tieferes Hoch (als C), das sich in etwa auf der Höhe von A befindet. Der Rutsch unter die sogenannte Nackenlinie, die aus der Verbindung der Punkte B und D resultiert, vervollständigt die bärische Trendwende.
Diese Nackenlinie kann – je nach Lage von B und D – ansteigen (Regel), horizontal verlaufen oder abfallen (seltener). Beim Durchbruch sollte das Volumen sichtbar im Handelssystem anziehen. Nicht selten sehen wir dann noch eine von niedrigem Volumen begleitete Rückkehrbewegung an die Nackenlinie, bevor die Kurse wieder südwärts drehen und das tiefere Tief bei Punkt F unterschreiten.

Merke: Das Mindestkursziel ergibt sich aus der Projektion des mit der senkrechten Linie ermittelten Abstands vom Gipfel C zur Nackenlinie am Durchbruchspunkt.
Fällt der Kurs weiter unter dieses Mindestkursziel, sollten weitere Analyse-Tools zur Bestimmung des Kursziels bemüht werden; wir kommen später darauf zurück.

Grafik oben: Die inverse Kopf-Schulter-Formation. Sie ist, wie der Name schon andeutet, eine Spiegelung der Kopf-Schulter-Formation.
Eine Besonderheit gilt es hier zu beachten: das Handelsvolumen spielt bei dieser Formation eine noch wichtigere Rolle als bei einer bärischen Trendumkehr.
Im Handelssystem sollte man das steigende Handelsvolumen beim Durchbruch über die Nackenlinie deutlich sehen können.
Eine weitere Besonderheit ist, dass die Nackenlinie bei einer inversen Kopf-Schulter-Formation in der Regel nach unten geneigt verläuft. Aber auch hier sind horizontale und ansteigende Nackenlinien durchaus zulässig und eher Regel-bestätigend als Regel-brechend zu beurteilen.

Die Grafik zeigt eine Fortsetzungsformation. Sie ist eine nicht selten vorkommende Variante der Kopf-Schulter-Formationen und als solche leicht zu erkennen.
Wir sehen auf den ersten Blick eine komplexe Ausgestaltung mit mehreren linken oder rechten Schultern. Markant ist, dass die Anzahl der linken Schultern der der rechten Schultern entspricht und signifikant ist, dass die Fortsetzungsformation, so am Namen schon erkennbar, lediglich eine Unterbrechung des vorherigen Trends darstellt und keine Trendumkehr.
Man braucht auch wenig Phantasie, um sich vorzustellen, dass die Fortsetzungsformation in eine weitere, häufig vorzufindende Formation ausläuft: das Dreieck.

Weiter geht es mit Teil III: Die Trading-Chancen 2. Teil

Dreiecke können in einer Vielzahl von Varianten auftreten, als Fortsetzungs oder Umkehrformationen. Wir behandeln dies nicht alles, sondrn konzentrieren uns auf zwei Formationen, die uns wieder als Indikatoren für einen Ein- oder Ausstieg in den Aktienhandel dienen.


Generell gilt: ansteigende Dreiecke zeigen eine aufsteigende, untere Begrenzungslinie und eine parallel verlaufende, horizontale,obere Begrenzungsline.
Zu den Minimalanforderungen gehören weiterhin vier alternierende Umkehrpunkte, häufig sind es auch fünf oder sechs, was eine geringe Rolle spielt. Wesentlich bleibt die Form einen Dreiecks, hier eines aufsteigenden Dreiecks.

Das Schöne dieser Formation ist: sie hat einen guten Prognosewert. In Zweidrittel aller Fälle bzw. bei 62 Prozent aller Aufwärtsdreiecke kommt es zu einem Ausbruch über die horizontale Dreieckslinie, und dieser Ausbruch kann als ein Kaufsignal betrachtet werden.

Als Regel sollte ein Ausbruch frühestens nach der Hälfte der Strecke von der Basis des Dreiecks bis zur Spitze (hier in der Grafik nach dem dritten relativen Hoch- bzw. Tiefpunkt) und spätestens nach drei Vierteln der Strecke stattfinden, wenn er zuverlässig sein soll.
Die statistisch gesehen ertragreichsten Ausbrüche sind solche, die nach etwas weniger als zwei Dritteln der Strecke stattfinden.
Das Mindestkursziel ergibt sich aus der Projektion der Höhe des Dreiecks an der horizontalen, oberen Begrenzungslinie.
Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Kursziel bei einem validen Ausbruch (Schlusskursbasis) erreicht wird, ist mit etwa 89 Prozent recht hoch.
In etwas mehr als 50% aller Fälle kommt es nach dem Ausbruch zu einer Rückkehrbewegung an den Ausbruchspunkt. In etwa 30% aller Fälle gibt es entgegen der klassischen Erwartungshaltung einen Ausbruch nach unten und damit ein Verkaufssignal.


Das absteigende bzw. fallende Dreieck kann spiegelbildlich zum aufsteigenden Dreieck aufgefasst werden. Zeitreihen-Analysen aber haben ergeben, dass diese Formation tatsächlich aber nur in etwa 55 Prozent aller Fälle nach unten aufgelöst wird, deshalb bedarf es hier unbedingt einer Bestätigung mittels eines Schlusskurses unterhalb der horizontalen Begrenzungslinie.
Findet ein solcher bestätigter Durchbruch statt, wird das Mindestkursziel aus der Formationshöhe (Basis) in etwa 67 Prozent aller Fälle erreicht.

Eine grundsätzliche Bemerkung zum Volumen. Wir wissen, jeder Trader wird eines Tages zum Freund der Einstellung in seinem Handelssystem verführt, welches die Kauf- und Verkaufsvolumina quasi realtime anzeigt. Generell stimmt: steigende und fallende Kurse korrespondieren mit steigenden und fallenden Volumina. Nur, wir Retailer sitzen nicht an dem Schaltzentren, von denen aus Algorithmen in die Mega-Rechenzentren der Großanleger starten.

Was wir Retailer sehen, sind Kurse bzw. Volumina, die in der nächsten tausendstel Sekunde schon ihre Richtung ändern können. Deshalb sind Tipps, die darauf hinweisen, dass steigende und fallende Dreiecke grundsätzlich zumeist Formationen sind, die den vorausgegangenen Trend fortsetzen und daher das Handelsvolumen nach Beginn der Ausbildung der Formation insgesamt zurückgehen bzw. steigen sollte, kontraindiziert. Es wäre schön, wenn Bewegungen in Richtung der antizipierten Ausbruchsrichtung mit höherem Volumen stattfinden als solche entgegen dieser Richtung; allein, es kommt eher selten zu dieser schönen Koinzidenz.

Hilfen bei Trading Setups.
Abwarten, bis ein Ausbruch sich bestätigt hat.
Bei einem Dreieck im Tageschart sollte daher zur Bestätigung der positiven (Aufwärtsdreieck) oder negativen (Abwärtsdreieck) Implikation des Kursmusters ein Tagesschluss jenseits der horizontalen Begrenzungslinie abgewartet werden.
Sollte der Ausbruch mit einer langen Kerze (Candlstick) erfolgen, kann zur Optimierung des Chance-Risiko-Profils eine mögliche Rückkehrbewegung an das Ausbruchsniveau abgewartet und dort eine Limitorder platziert werden.
Zu den möglich Setup-Optimierungen mit Hilfe von Stop-Loss-Orders kommen wir später ausführlicher.


Viele sprechen von Trade-Management; wir nehmen häufiger den Begriff Trading Setup. Weil es so schön klingt. Aber eigentlich ist es viel banaler. Wer sich so viel Elliott reinpackt, will auch bald mit vollen Koffern auf Reisen gehen, also das Geld, das er mit der Elliott-Wellen-Theorie verdient hat, für angenehme Sachen wieder ausgeben.
Wir sagen es vorab und in einer Art Meine-börse-Maxime: Die Elliott-Wellen bringen wenig für Daytrader, aber um so mehr für alle anderen, vor allem Positionstrader.
Im Trade-Management kennen wir grundsätzlich drei Möglichkeiten, die Formationen W und M zu traden.

Da ist zunächst einmal die Möglichkeit, nach einem signifikanten per Schlusskurs bestätigten Durchbruch auf fallende (Doppeltop) bzw. steigende (Doppelboden) Kurse zu setzen, also long oder short zu gehen. Die jeweiligen Signale treffen mit eine Wahrscheinlichkeit von deutlich über 50% zu.

Die zweite Möglichkeit ist nicht weniger aussichtsreich. Denn nach einem Durchbruch kann auf eine Rückkehr an den Durchbruchspunkt gewartet werden und wird dieser Punkt bestätigt, kann dort eine entsprechende Kauf- oder Verkaufs-Position aufgenommen werden. Wir sprechen von Pullbacks, die mit einer statistischen Wahrscheinlichkeit von etwa 68 Prozent aller Fälle eintreten können.
Und hier sei mit Nachdruck darauf verwiesen, dass ohne technisch basierte Indizien auf eine zumindest kurzfristige Umkehr am Widerstand (bzw. an der Unterstützung) des Punkts A keinesfalls getradet werden sollte.

Die dritte Möglichkeit im Trade Management besteht darin, dass in Antizipation auf ein Doppeltop bzw. einen Doppelboden bereits an Punkt C eine (erste) antizyklische Position mit engem Stop-Loss aufgenommen werden kann. In solchen Fällen bzw. Trades können momentumbasierte Indikatoren sowie Candlestick-Umkehrsignale als Einstiegshilfen zu Rate gezogen werden; wir werden auf weitere Indikatoren in einem anderen Zusammenhang näher eingehen.
Der Stop sollte dann bei einer Bewegung in Richtung des Durchbruchspunkts B engmaschig zur Gewinnsicherung nachgezogen werden. Bei einem klassischen Einstieg nach der Komplettierung und Bestätigung des Doppeltops bzw. des Doppelbodens oder nach einem möglichen Pullback an den Ausbruchspunkt bietet es sich an, einen anfänglichen Stop-Loss knapp jenseits des Mittelpunkts der Strecke A–B zu platzieren.
Ein noch engerer Stop-Loss wäre denkbar, falls sich unmittelbar vor dem Ausbruch eine Konsolidierung entwickelt hätte. In diesem Fall kann ein schützender Stop knapp jenseits des Konsolidierungshochs (beim Doppeltop) bzw. des Konsolidierungstiefs (beim Doppelboden) in Betracht gezogen werden.

Also weiter mit dem Trading Setup.
Fortsetzungsformationen sollten, so sie einmal erkannt sind, zu Anschlussaktivitäten führen.
Was Traderinnen und Trader stets suchen sollten sind Abschlussformationen, also Kursbewegungen, die auf einen Punkt (Größe) zusteuern, der das Signal eines möglichen Ein- oder Austritt aus einer Handelsequenz gibt.

Wir sehen hier in der Grafik deutlich den Punkt, der den Bruch der Nackenlinie markiert – im oberen wie im unteren Teil der Grafik. Der Kurs steigt bzw. fällt an dieser Stelle deutlich unter alle bisherigen Hoch- bzw. Tiefpunkte.
Wir sprechen hier das überragende Hauptthema aller Trading Entscheidungen an, nämlich die Frage: steigt, fällt oder bleibt der Kurs unverändert in einer Seitwärts-Range. Diese Frage nach der Kursrichtung ist die alles entscheidende und einzig relevante Frage; ja, traden an den Börsen hat, intellektuell betrachtet, eine recht bescheidene Basis. Aber dann geht’s in die Vollen.

Kommen wir also gleich zu einer ersten Überlegung, die als Regel jede Entscheidung, ob eine Long- oder Short-Position in einem Basiswert im konkreten Fall sinnvoll ist oder nicht, vorausgehen sollte. Diese Überlegung hängt nicht zuletzt vom projizierten Kursziel ab.
Die zweite Regel besagt, dass der Abgleich des Kursziels mit dem anfänglichen Stop-Loss-Niveau das Chance-Risiko-Verhältnis für einen Trade ergibt; klingt, zugegebenermaßen, sperrig, ist aber sortierbar.
In der Technischen Analyse existiert eine Vielzahl an Möglichkeiten, zu potenziellen Kurszielen zu gelangen. Wir wagen hier in diesem Kapitel den Blick in die Fibonacci-Projektionen und sehen, das sieht schon etwas aufgeräumter aus.

Wer sprechen vom 161er oder vom 38er und meinen damit mögliche Ziel- bzw. Umkehrpunkte eines Kurses. Diese Fibonacci-Projektionen sind wohl die am meisten analysierten Projektionen zur Zielbestimmung von Kursen und heute, selbst bei Kritikern derselben, aus dem Handwerks-Set des Tradings nicht mehr wegzudenken (es gibt auch andere Sets wie gleitende Durchschnitte etc; wir kommen daruf zurück).

Zielprojektionen nach Fibonacci gibt es mehrere, vor allem solche, die man auf den verschiedenen Zeitebenen vornimmt. Stimmen Projektionen auf verschiedenen Zeitebenen einigermaßen überein, ist dies eine Bestätigung eines Kursbereichs, der einerseits mit höherer Wahrscheinlichkeit angelaufen wird und von dem andererseits der Basiswert eine Gegenbewegung oder Konsolidierung ebenfalls mit höherer Wahrscheinlichkeit starten wird.
Der Tatsache, dass Kursziele nicht mit absoluter Sicherheit erreicht werden, weil es Fehlsignale gibt wie auch Trendbrüche, begegnen Trader mit Erfahrung in der klugen Setzung von Stopp-Loss-Orders.

Widerstände und Unterstützungen.

Zur Bestimmung von Kurszielen sind Unterstützung und Widerstände mehr als nur probate Mittel. Sie projizieren vor allem bedeutende nächste Hoch- und Tiefpunkte des Basiswerts aus der Vergangenheit.


Wir haben beide, Unterstützung und Widerstand, gesondert behandelt; nachzulesen im Bereich Chartanalyse Level I – Unterstützung und Widerstand.

Bleiben wir noch eine Weile bei der Technischen Analyse.
Im Rahmen der Chartanalysen haben wir desöfteren gesehen, dass bei der Bestimmung von Kurszielen es sich oft um eine einfache Spiegelung der Höhe der Formation vom Ausbruchspunkt handelte. Immer stellten sie potenzielle Mindestziele dar. Wie häufig tatsächlich das entsprechende Kursziel bei einer statistischen Auswertung dann auch erreicht wird, ist von Basiswert zu Basiswert und von Formation zu Formation unterschiedlich und bewegt sich in der Regel in einem Band zwischen 60 und 80 Prozent.
Das ist statistisch betrachtet gar nicht schlecht und liegt deutlich über 50 Prozent, was ja den Erhalt des eingesetzten Kapitals ausmacht, also ein ausgewogenen Verhältnis von Chance und Risiko.

Retracements, Measured Moves und Fibonacci-Projektionen.

Die bisher behandelten Retracement-Techniken der Fibonacci Zahlenreihen machen es möglich, mögliche Kursziele im Rahmen einer Korrektur des vorherrschenden Trends abzuleiten. Dabei erachten viele Analysten das 38,2-Prozent-Fibonacci-Retracement – unser 38er – als Mindest-Korrekturniveau. Andere sehen bereits das 23,6-Prozent-Fibonacci-Retracement als Mindestziel an.
Trader verfahren in den meisten Fällen so: wird ein Retracement-Niveau signifikant verletzt, wird das jeweils nächste Niveau automatisch zum nächsten Kursziel. Aber hier sind Fallstricke überall gespannt; darauf verlassen solltet Ihr euch nicht. Wir werden Euch unter dem Terminus „Kursprünge“ Kursverläufe vorstellen, die locker mit den Haken eines fliehenden Hasens mithalten können. Solche Kurs-Haken kommen häufig bei der Eröffnung der Börsen vor und an vielen Handelstagen auch mehrfach über den Tag hinweg. Und hier in diesen Segmenten verliert man sein Geld.

Während Retracements die Frage von Zielen in der Trendkorrektur betreffen, bieten die sogenannten Fibonacci-Projektionen – oft auch als Fibonacci-Extensions bezeichnet – die Möglichkeit, im Rahmen eines Trendverlaufs potenzielle Kursziele abzuleiten.
Der sogenannte Measured Move stellt dabei den Sonderfall der 100-Prozent-Projektion dar. Man erhält diese Zielprojektion, indem man nach der Korrektur einer dynamischen Trendbewegung am Korrekturtief (im Aufwärtstrend) 100 Prozent der im Rahmen des vorausgegangenen Kursschubs vertikal zurückgelegten Strecke nach oben abträgt. Man unterstellt mithin, dass der Basiswert dieselbe Wegstrecke in einem zweiten Kursschub erneut zurücklegen wird.
Neben der 100-Prozent-Projektion, die als die zuverlässigste gilt, werden vor allem noch die auf der Fibonacci-Zahlenfolge basierenden Projektionen 61,8 Prozent, 161,8 Prozent, 261,8 Prozent und 423,6 Prozent verwendet.

Ziel-Cluster.

Wir sprechen von einem Ziel-Cluster (s.o.), wenn mehrere methodisch und zeitlich abgeleitete Zielprojektionen sich in einer engen Zone treffen bzw. überlagern. Das ist signifikant für eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass der Kur des Basiswertes diese Zone erreichen wird.
Auch die Wahrscheinlichkeit, dass es in solch einer Zone zu einer temporären Pause im Trend kommen wird, ist dann erhöht. Traderinnen und Trader mit Erfahrung ziehen daher bei einer Annäherung an eine solche Zone ihre Stopps nach oder realisieren Teilgewinne.

Bollinger-Bänder sind ein täglich brauchbares Handwerkszeug für Trader, aber ganz besonders für Investoren. Der Chart unten zeigt neben der 200er Linie (EMA200) und den Fibonnacci-Retracements alles, was zu einem Bollinger-Band dazugehört.

Arcelor Mittal Chart mit Bollinger-Bänder

Ihr erkennt eine obere und eine untere Linie sowie eine Mittellinie. Das ist ein gleitender Durschnitt, der in der Regel auf 20 Tage eingestellt ist, sich aber auf den meisten Trading-Plattformen verändern lässt; das ist wichtig. Je nachdem, auf welcher Zeitebene Ihr handeln wollt, nehmt Ihr im Wochenchart entsprechend die 20-Wochen-Linie und im Stundenchart die 20-Stunden-Linie usw.

Nicht schwer zu verstehen sind die obere und die untere Linie, die die volatilitätsbezogene Komponente des Indikators darstellen – standardmäßig ist unter Einstellungen eine Abweichungung von 2 voreingestellt. Damit könnt Ihr arbeiten, also lasst diese Abweichung ruhig erst einmal so stehen, denn die Benutzung der Standardeinstellung von zwei Standardabweichungen als Faktor gewährleistet, dass 95 Prozent aller Kursdaten zwischen die beiden Bänder (oben und unten) fallen.

Was sagen uns die Bollinger-Bänder und wie helfen sie uns beim Traden?

Wenn 95 Prozent der Kurse zwischen dem unteren und oberen Bollinger-Band sich bewegen, gelten sie als überkauft, wenn sie sich am oberen Band befinden und als überverkauft, wenn sie sich am unteren Band befinden.
Das obere Band kann zudem als Widerstand und das untere Band als Unterstützung verstanden werden. Die Mittellinie wirkt dann nach dieser Logik als Widerstand, wenn die Kurse darunter und als Unterstützung, wenn sie darüber verlaufen. Eine Zunahme der Volatilität im Basiswert drückt sich in einer Ausweitung der Bänder aus. Sinkt die Volatilität hingegen, so ziehen sich die Bänder zusammen.

Oben seht Ihr die Bänder quasi in Lupenfunktion ein wenig besser. Schaut Ihr nocheinmal aufmerksam hin, dann erkennt Ihr am rechten Ende der Bewegung, dass die Mittellinie den EMA200 von unten nach oben durchkreuzt, während das untere Band stark nach oben und das obere Band stark nach unten tendiert.
Generell gilt: Die Bollinger-Bänder werden ihrer Funktion als Widerstand bzw. Unterstützung und somit als Gradmesser für einen überkauften bzw. überverkauften Zustand am besten gerecht, wenn sie sich in einem ausgedehnten Zustand befinden und die Volatilität somit hoch ist.
Sie sind also als Indikator bzw. Frühwarn-Indikator durchaus brauchbar, denn annehmen zu können, dass ein Kurs einem „Über“-Maß entgegenläuft, ist recht hilfreich, wenn es um Trading-Entscheidungen geht.

Hier kommen dann aber oft recht unterschiedliche Interpretationen ins Spiel, die wir kurz aufführen möchten, aber zugleich auch davor waren, sie so ins Trading-Kalkül zu ziehen.
Bollinger-Bänder so zu interpretieren, dass im „Über“-Maß eine Entscheidung für einen antizyklischen Trade angeraten ist, scheint uns dann doch zu weit gegriffen zu sein. Ratsam scheint uns dagegen, Oszillatoren (zum Beispiel der Stochastik-Oszillator, RSI) mit Bollinger-Bändern gemeinsam zu Rate zu ziehen, eher sinnvoll zu sein.


Oben seht Ihr das Zusammenspiel von Bollinger-Bänder und RSI (14 Tage Einstellung). Der RSI kann hier als Bestätigung angesehen werden, mehr aber nicht.
Die Annahme, dass wenn der Abstand zwischen den beiden Bändern ungewöhnlich klein ist, dies darauf hindeutet, dass in Kürze ein neuer Trendimpuls starten könnte, ist uns zu mutig.
Die Folge, dass das dann wiederum zu einer Ausdehnung der Bänder führt und in solch einem Fall der Ausbruch der Kurse über das obere Bollinger-Band als Kaufsignal und der Rutsch unter das untere Band als Verkaufssignal aufgefasst werden kann, erscheint uns geradezu wghalsig zu sein.

Noch nicht ausgereift, aber sicherlich eine verheißungsvolle Perspektive eröffnet sich beim Einsatz der Bollinger-Bänder im Algorithmen-gesteuerten Handel.

Jeder weiß und wir haben es soeben (s.o.) diskutiert, wie wichtig im Handel ein gutes Money-Management ist, welches mit klugen Bestimmungen von Stopp-Losses beginnt. Programmierte man nun – wie manche Trader und Investoren seit geraumer Zeit schon „händisch“ machen – die Mittellinie oder aber das dem Ausbruch entgegengesetzte Band als dynamische Stop-Loss-Marke für eine eingegangene Position, hätte man ein geradezu ideales technisches Mittel zur Bestimmung von Stopp-Losses auf jeder gewünschten Zeitebene.

Nähmen man zudem die drei Bänder so ins Kalkül, dass sich daraus sogar dynamische Kursziele ableiten lißen, insofern bei einer Ablösung der Kurse vom unteren Bollinger-Band die Mittellinie das nächste Kursziel bestimmt. Bei deren Überschreitung kann dann das obere Bollinger-Band als Kursziel fungieren. Das Ganze gilt dann natürlich auch entsprechend bei einer Kurs-Bewegung vom oberen Band nach unten; wir werden später in Algorithmen-basierten Demo-Btrieb uns mit solchen Überlegungen wieder beschäftigen.


Also weiter mit dem Trading Setup.
Fortsetzungsformationen sollten, so sie einmal erkannt sind, zu Anschlussaktivitäten führen.
Was Traderinnen und Trader stets suchen sollten sind Abschlussformationen, also Kursbewegungen, die auf einen Punkt (Größe) zusteuern, der das Signal eines möglichen Ein- oder Austritt aus einer Handelsequenz gibt.



Wir sehen hier in der Grafik deutlich den Punkt, der den Bruch der Nackenlinie markiert – im oberen wie im unteren Teil der Grafik. Der Kurs steigt bzw. fällt an dieser Stelle deutlich unter alle bisherigen Hoch- bzw. Tiefpunkte.
Wir sprechen hier das überragende Hauptthema aller Trading Entscheidungen an, nämlich die Frage: steigt, fällt oder bleibt der Kurs unverändert in einer Seitwärts-Range. Diese Frage nach der Kursrichtung ist die alles entscheidende und einzig relevante Frage; ja, traden an den Börsen hat, intellektuell betrachtet, eine recht bescheidene Basis. Aber dann geht’s in die Vollen.

Kommen wir also gleich zu einer ersten Überlegung, die als Regel jede Entscheidung, ob eine Long- oder Short-Position in einem Basiswert im konkreten Fall sinnvoll ist oder nicht, vorausgehen sollte. Diese Überlegung hängt nicht zuletzt vom projizierten Kursziel ab.
Die zweite Regel besagt, dass der Abgleich des Kursziels mit dem anfänglichen Stop-Loss-Niveau das Chance-Risiko-Verhältnis für einen Trade ergibt; klingt, zugegebenermaßen, sperrig, ist aber sortierbar.
In der Technischen Analyse existiert eine Vielzahl an Möglichkeiten, zu potenziellen Kurszielen zu gelangen. Wir wagen hier in diesem Kapitel den Blick in die Fibonacci-Projektionen und sehen, das sieht schon etwas aufgeräumter aus.



Wer sprechen vom 161er oder vom 38er und meinen damit mögliche Ziel- bzw. Umkehrpunkte eines Kurses. Diese Fibonacci-Projektionen sind wohl die am meisten analysierten Projektionen zur Zielbestimmung von Kursen und heute, selbst bei Kritikern derselben, aus dem Handwerks-Set des Tradings nicht mehr wegzudenken (es gibt auch andere Sets wie gleitende Durchschnitte etc; wir kommen daruf zurück).

Zielprojektionen nach Fibonacci gibt es mehrere, vor allem solche, die man auf den verschiedenen Zeitebenen vornimmt. Stimmen Projektionen auf verschiedenen Zeitebenen einigermaßen überein, ist dies eine Bestätigung eines Kursbereichs, der einerseits mit höherer Wahrscheinlichkeit angelaufen wird und von dem andererseits der Basiswert eine Gegenbewegung oder Konsolidierung ebenfalls mit höherer Wahrscheinlichkeit starten wird.
Der Tatsache, dass Kursziele nicht mit absoluter Sicherheit erreicht werden, weil es Fehlsignale gibt wie auch Trendbrüche, begegnen Trader mit Erfahrung in der klugen Setzung von Stopp-Loss-Orders.

Widerstände und Unterstützungen.

Zur Bestimmung von Kurszielen sind Unterstützung und Widerstände mehr als nur probate Mittel. Sie projizieren vor allem bedeutende nächste Hoch- und Tiefpunkte des Basiswerts aus der Vergangenheit.


Wir haben beide, Unterstützung und Widerstand, gesondert behandelt; nachzulesen im Bereich Chartanalyse Level I – Unterstützung und Widerstand.

Bleiben wir noch eine Weile bei der Technischen Analyse.
Im Rahmen der Chartanalysen haben wir desöfteren gesehen, dass bei der Bestimmung von Kurszielen es sich oft um eine einfache Spiegelung der Höhe der Formation vom Ausbruchspunkt handelte. Immer stellten sie potenzielle Mindestziele dar. Wie häufig tatsächlich das entsprechende Kursziel bei einer statistischen Auswertung dann auch erreicht wird, ist von Basiswert zu Basiswert und von Formation zu Formation unterschiedlich und bewegt sich in der Regel in einem Band zwischen 60 und 80 Prozent.
Das ist statistisch betrachtet gar nicht schlecht und liegt deutlich über 50 Prozent, was ja den Erhalt des eingesetzten Kapitals ausmacht, also ein ausgewogenen Verhältnis von Chance und Risiko.

Retracements, Measured Moves und Fibonacci-Projektionen.

Die bisher behandelten Retracement-Techniken der Fibonacci Zahlenreihen machen es möglich, mögliche Kursziele im Rahmen einer Korrektur des vorherrschenden Trends abzuleiten. Dabei erachten viele Analysten das 38,2-Prozent-Fibonacci-Retracement – unser 38er – als Mindest-Korrekturniveau. Andere sehen bereits das 23,6-Prozent-Fibonacci-Retracement als Mindestziel an.
Trader verfahren in den meisten Fällen so: wird ein Retracement-Niveau signifikant verletzt, wird das jeweils nächste Niveau automatisch zum nächsten Kursziel. Aber hier sind Fallstricke überall gespannt; darauf verlassen solltet Ihr euch nicht. Wir werden Euch unter dem Terminus „Kursprünge“ Kursverläufe vorstellen, die locker mit den Haken eines fliehenden Hasens mithalten können. Solche Kurs-Haken kommen häufig bei der Eröffnung der Börsen vor und an vielen Handelstagen auch mehrfach über den Tag hinweg. Und hier in diesen Segmenten verliert man sein Geld.

Während Retracements die Frage von Zielen in der Trendkorrektur betreffen, bieten die sogenannten Fibonacci-Projektionen – oft auch als Fibonacci-Extensions bezeichnet – die Möglichkeit, im Rahmen eines Trendverlaufs potenzielle Kursziele abzuleiten.
Der sogenannte Measured Move stellt dabei den Sonderfall der 100-Prozent-Projektion dar. Man erhält diese Zielprojektion, indem man nach der Korrektur einer dynamischen Trendbewegung am Korrekturtief (im Aufwärtstrend) 100 Prozent der im Rahmen des vorausgegangenen Kursschubs vertikal zurückgelegten Strecke nach oben abträgt. Man unterstellt mithin, dass der Basiswert dieselbe Wegstrecke in einem zweiten Kursschub erneut zurücklegen wird.
Neben der 100-Prozent-Projektion, die als die zuverlässigste gilt, werden vor allem noch die auf der Fibonacci-Zahlenfolge basierenden Projektionen 61,8 Prozent, 161,8 Prozent, 261,8 Prozent und 423,6 Prozent verwendet.

Ziel-Cluster.

Wir sprechen von einem Ziel-Cluster (s.o.), wenn mehrere methodisch und zeitlich abgeleitete Zielprojektionen sich in einer engen Zone treffen bzw. überlagern. Das ist signifikant für eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass der Kur des Basiswertes diese Zone erreichen wird.
Auch die Wahrscheinlichkeit, dass es in solch einer Zone zu einer temporären Pause im Trend kommen wird, ist dann erhöht. Traderinnen und Trader mit Erfahrung ziehen daher bei einer Annäherung an eine solche Zone ihre Stopps nach oder realisieren Teilgewinne.

Die Trading-Chancen 3. Teil: Bollinger Bänder+
Bollinger-Bänder sind ein täglich brauchbares Handwerkszeug für Trader, aber ganz besonders für Investoren. Der Chart unten zeigt neben der 200er Linie (EMA200) und den Fibonnacci-Retracements alles, was zu einem Bollinger-Band dazugehört.


Arcelor Mittal Chart mit Bollinger-Bänder
Ihr erkennt eine obere und eine untere Linie sowie eine Mittellinie. Das ist ein gleitender Durschnitt, der in der Regel auf 20 Tage eingestellt ist, sich aber auf den meisten Trading-Plattformen verändern lässt; das ist wichtig. Je nachdem, auf welcher Zeitebene Ihr handeln wollt, nehmt Ihr im Wochenchart entsprechend die 20-Wochen-Linie und im Stundenchart die 20-Stunden-Linie usw.

Nicht schwer zu verstehen sind die obere und die untere Linie, die die volatilitätsbezogene Komponente des Indikators darstellen – standardmäßig ist unter Einstellungen eine Abweichungung von 2 voreingestellt. Damit könnt Ihr arbeiten, also lasst diese Abweichung ruhig erst einmal so stehen, denn die Benutzung der Standardeinstellung von zwei Standardabweichungen als Faktor gewährleistet, dass 95 Prozent aller Kursdaten zwischen die beiden Bänder (oben und unten) fallen.
Was sagen uns die Bollinger-Bänder und wie helfen sie uns beim Traden?

Wenn 95 Prozent der Kurse zwischen dem unteren und oberen Bollinger-Band sich bewegen, gelten sie als überkauft, wenn sie sich am oberen Band befinden und als überverkauft, wenn sie sich am unteren Band befinden.
Das obere Band kann zudem als Widerstand und das untere Band als Unterstützung verstanden werden. Die Mittellinie wirkt dann nach dieser Logik als Widerstand, wenn die Kurse darunter und als Unterstützung, wenn sie darüber verlaufen. Eine Zunahme der Volatilität im Basiswert drückt sich in einer Ausweitung der Bänder aus. Sinkt die Volatilität hingegen, so ziehen sich die Bänder zusammen.



Oben seht Ihr die Bänder quasi in Lupenfunktion ein wenig besser. Schaut Ihr nocheinmal aufmerksam hin, dann erkennt Ihr am rechten Ende der Bewegung, dass die Mittellinie den EMA200 von unten nach oben durchkreuzt, während das untere Band stark nach oben und das obere Band stark nach unten tendiert.
Generell gilt: Die Bollinger-Bänder werden ihrer Funktion als Widerstand bzw. Unterstützung und somit als Gradmesser für einen überkauften bzw. überverkauften Zustand am besten gerecht, wenn sie sich in einem ausgedehnten Zustand befinden und die Volatilität somit hoch ist.
Sie sind also als Indikator bzw. Frühwarn-Indikator durchaus brauchbar, denn annehmen zu können, dass ein Kurs einem „Über“-Maß entgegenläuft, ist recht hilfreich, wenn es um Trading-Entscheidungen geht.
Hier kommen dann aber oft recht unterschiedliche Interpretationen ins Spiel, die wir kurz aufführen möchten, aber zugleich auch davor waren, sie so ins Trading-Kalkül zu ziehen.
Bollinger-Bänder so zu interpretieren, dass im „Über“-Maß eine Entscheidung für einen antizyklischen Trade angeraten ist, scheint uns dann doch zu weit gegriffen zu sein. Ratsam scheint uns dagegen, Oszillatoren (zum Beispiel der Stochastik-Oszillator, RSI) mit Bollinger-Bändern gemeinsam zu Rate zu ziehen, eher sinnvoll zu sein.



Oben seht Ihr das Zusammenspiel von Bollinger-Bänder und RSI (14 Tage Einstellung). Der RSI kann hier als Bestätigung angesehen werden, mehr aber nicht.
Die Annahme, dass wenn der Abstand zwischen den beiden Bändern ungewöhnlich klein ist, dies darauf hindeutet, dass in Kürze ein neuer Trendimpuls starten könnte, ist uns zu mutig.
Die Folge, dass das dann wiederum zu einer Ausdehnung der Bänder führt und in solch einem Fall der Ausbruch der Kurse über das obere Bollinger-Band als Kaufsignal und der Rutsch unter das untere Band als Verkaufssignal aufgefasst werden kann, erscheint uns geradezu wghalsig zu sein.

Noch nicht ausgereift, aber sicherlich eine verheißungsvolle Perspektive eröffnet sich beim Einsatz der Bollinger-Bänder im Algorithmen-gesteuerten Handel.

Jeder weiß und wir haben es soeben (s.o.) diskutiert, wie wichtig im Handel ein gutes Money-Management ist, welches mit klugen Bestimmungen von Stopp-Losses beginnt. Programmierte man nun – wie manche Trader und Investoren seit geraumer Zeit schon „händisch“ machen – die Mittellinie oder aber das dem Ausbruch entgegengesetzte Band als dynamische Stop-Loss-Marke für eine eingegangene Position, hätte man ein geradezu ideales technisches Mittel zur Bestimmung von Stopp-Losses auf jeder gewünschten Zeitebene.

Nähmen man zudem die drei Bänder so ins Kalkül, dass sich daraus sogar dynamische Kursziele ableiten lißen, insofern bei einer Ablösung der Kurse vom unteren Bollinger-Band die Mittellinie das nächste Kursziel bestimmt. Bei deren Überschreitung kann dann das obere Bollinger-Band als Kursziel fungieren. Das Ganze gilt dann natürlich auch entsprechend bei einer Kurs-Bewegung vom oberen Band nach unten; wir werden später in Algorithmen-basierten Demo-Btrieb uns mit solchen Überlegungen wieder beschäftigen.

Was Männer so glauben...

Wir haben einige sinnvolle Regeln kennengelernt. Aber die Welt ist voll von Börsen-Weisheiten und alten, unbrauchbaren Erfahrungen, weshalb wir kurz auf die ruinösesten hier eingehen wollen.
Kostolany träumte davon, man geht an die Börse, legt sich dann für zwanzig Jahre schlafen und wacht als Millionär wieder auf. Das klingt blöd, aber bei den Konzepten für eine börsengestützte, private Altersversorgung klingt dieser Blödsinn in den Reden unserer Regierungen regelmäßig noch mit.

Eine der ältesten, bekanntesten und kaum weniger blödenTrading-Leitlinien lautet: Lasst die Gewinne laufen und begrenzt die Verluste (»let your profits run and cut your losses short«). Eine schön blöde Wahrheit, die rechnerisch stimmt, aber sonst auch nicht.

Es ist richtig und sollte ins Gedächtnis geschweißt werden: wer zu risikoreich tradet, kann schnell auf die schiefe Bahn kommen. Aber während ich dies schreibe, macht der Nasdaq die folgende Bewegung:

Wir haben es hier mit einer eher freundlichen Bewegung zu tun, wären da nicht die Zeitabstände. Denn der Nasdaq brauchte weniger als eine halbe Stunde, um knapp 200 Punkte zu verlieren und wiederum weniger als 20 Minuten, um die Häfte davon zurückzukommen, um hernach nach weiteren knapp 30 Minuten wieder 200 Punkte zu verlieren – und so scheint es weiterzugehen.. Das tradet mal nach einer Regel; viel Spaß.

Mehr Spaß macht dabei der Gedanke, dass man auf solche Schlauheiten nicht mehr reinfällt. So schnell könnt Ihr eure Stopp-Losses kaum korrigieren, und wenn Ihr die erratischen Wandlungen und Drehungen des Kurses auf dem Minuten-Chart Euch detailliert anschaut, geht lieber im Wald spazieren oder schwimmen in netter Begleitung.

Wer spekuliert, sollte sicher sein, dass er überlebt, und dass die Risiko-Vorkehrungen auch halten.

The Trend is your Friend.

Also, besser in Richtung des übergeordenten Trends handeln, MITGEHEN. An den Börsen zählt nicht die Genialität des einzelnen Traders sondern die Erkenntnis, wohin die Mehrzahl der Käufer oder Verkäufer tendiert.

Wie erkenne ich den übergeordneten Trend? Der zeigt sich – so ein Trend vorhanden ist – wenn man den Basiswert in der jeweilig interessierenden Zeitebene: langfristig, mittelfristig und kurzfristig betrachtet.

Dann sucht nach technischen Kaufsignalen bzw. Verkaufssignalen, die jeweils eine Ebene unterhalb des betreffenden Trends liegen.
Wer eher zu der Gruppe der mittelfristig agierenden (Positions-)Tradern gehört, sucht in einem langfristigen Aufwärtstrend bevorzugt nach Kaufsignalen antizyklischer oder prozyklischer Natur im mittelfristigen Chartbild.
Zählt man sich eher zu den kurzfristigen (Swing-)Tradern, die lediglich für Stunden bis mehrere Tage investiert sein möchten, schaut man im mittelfristigen Aufwärtstrend entsprechend nach Kaufsignalen im kurzfristigen Chartbild.

Chart Sartorius Aktie am 10.04.26

Leicht zu erkennen: Die langfristigen Trends und die Rücksetzer. Ihr kennt schon weitere Formationen, die einen Ein- bzw. Ausstieg indizieren, die W- und die M-Formation – Doppeltop und Doppelboden – hier in Teil II: Die Charts.

Aus der Tradition her sind Traderinnen und Trader gewohnt, für die langfristige Analyse meist das Wochenchart, für die mittelfristige Analyse das Tageschart und für die kurzfristige Analyse das Stundenchart zu nutzen; soweit die vorherrschende Praxis-Meinung. Dieses Narrativ findet seine Fortsetzung darin, dass kurzfristig agierende Anleger, die im Minuten- oder Stundenbereich unterwegs sind, wie die sogenannten Daytrader, häufig auch auf 15-Minuten-Charts, 5-Minuten-Charts oder sogar 1-Minuten-Charts zurückgreifen.

Das hat seinen Grund in der (wissenschaftlichen) Praxisauswertung bzw. in der Statistik. Dabei geht es um das berühmte und viel zitierte „Rauschen“ (Noise, wie das gleichnahmige Buch von Kahnemann et al.), was besagt, dass das das »Rauschen« des Marktes umso größer wird, je kurzfristiger der Betrachtungszeitraum wird, weshalb man von einer Langzeitbetrachtung am besten zu einer Kurzzeitbetrachtung schreitet, so es unvermeidbar ist.
Dann muss man auch die sogenannten „Fehlausbrüche (aus dem statistischen Mittel) in Kauf nehmen. Je kürzerfristig der Betrachtungszeitraum, umso häufiger begegnet man insbesondere Fehlausbrüchen. Dabei entstehen die Fehlausbrüche meist entgegen der Richtung der übergeordneten Zeitebene.
Das bedeutet beispielsweise, dass die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sich ein Ausbruch aus einer kurzfristigen Handelsspanne gen Süden im Nachhinein als Fehlausbruch entpuppt, im mittelfristigen Aufwärtstrend höher ist als im mittelfristigen Abwärtstrend.
Nur, was fangen wir mit dieser Regel an? Können wir das Wissen um diese Fehlausbrüche nicht auch produktiv nutzen, zumal, wenn man bedenkt, das so ziemlich alle an den Börsen agierenden Trader davon wissen und Fehlausbrüche mit in ihr Kalkül ziehen?

Schauen wir auf ein paar Charts: GER40 und NAS100, jeweils im H1, also im Stundenchart.

Links: am 07.04. 2026 sehen wir keinen Fehlausbruch, sondern ein Gap im Dax. Rechts zur gleichen Zeit einen Ausbruch nach oben – Grund für die unterschiedliche Darstellung in den Charts ist die Zeitverschiebung zwischen Deutschland und der Ostküste der USA. In Deutschland war es 22.00h, also nachbörslich, in den USA noch der 07. April in der Handelszeit.
Regel hier: Lasst Euch nicht von Darstellungen in die Irre führen. Das geschieht viel zu leicht und zu oft und macht schnell aus guten Analysen sehr schlechte Entscheidungen (Kant und Einstein verweisen auf die Ort-Zeit-Relation).

GER40 – Minutenchart am 10.04.2026

Haben wir es hier mit einem Fehlausbruch zu tun? Wahrscheinlich doch nicht, oder? Wir sehen den DAX in einer Seitwärts-Range, aus der er kurzfristig nach unten ausgebrochen ist und bereits nach 15 Minuten ein Retracement dieses Ausbruchs wieder korrigiert hat.
Betrachtet man den Chart auf übergeordneten Zeitebenen ist der Erkenntnisgewinn in diesem Fall eher gleich null, also unbrauchbar.

Dasselbe Chart ein paar Minuten später. Wir sehen, der DAX ist in seine langfristige (Minutenebene) Range für den Tag zurückgekehrt und alles ist bis auf weiteres völlig normal.
Tagesschwankungen können größer ausfallen und sollten nicht mit Fehlausbrüchen verwechselt werden; das wäre die nächste Regel.

Die nächste Regel: Am besten kauft man Rücksetzer im Aufwärtstrend.
Schön, machen wir, wenn es denn einen hohen Wahrscheinlichkeitsfaktor dafür gibt, dass die meisten solcher Trades auch funktionieren.
Aber, es gibt diesen Faktor nicht.

Unsere britischen Freunde singen das folgende Lied mit der ersten Zeile: „buy the dip and sell the rally.“
Man kann auch sagen, was man hat, hat man. Und was man weniger verliert, ist auch gut für’s Portemonnaie. Wir sind einigermaßen abfrustriert von solchen Börsen-La-Paloma Songs und Wir-lagen-vor-Madagaskar Shantys.
Shantys und Seemannslieder waren einst traditionelle Arbeitslieder, die den Takt bei schwerer Arbeit auf Segelschiffen vorgaben, heute, zu Zeiten der Dampfschiffahrt und Luxusliner taugen sie noch zur Gewinnmaximierung durch Weckung romantischer Gefühle der stinkreichen Landratten; „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins…

Also, was ist denn nun ein Fehlausbruch?

Hier sieht man, es geht steil hoch und steil wieder runter. Das passierte im Minutenchart und dauerte weniger als zwei Minuten. Und im Minutenchart von Trends zu sprechen, auf einem solchen ja ein Fehlausbruch nur verständlich und möglich ist, wäre fahrlässig.
Und wie will man hier antizyklisch traden, wo doch kein Zyklus erkennbar ist?
Das aber raten nicht wenige Experten und Selbsternannte solcherart, dass man beim Einstieg in eine Position möglichst antizyklisch agieren sollte.
Dieser Grundsatz konterkariert dabei den als Erstes genannten Grundsatz, nach Möglichkeit stets trendkonformen Handelns. Dann wird es Geheimwissen. Denn auch der antizyklische Einstieg in den übergeordneten Trend ist mit keinem Kriterium so belegt, dass man von einer besseren Wissenbasis ausgehen könnte.
Was bleibt ist dann immer das Narrativ vom einem engeren, sinnvollen Stop-Loss zur Verlustbegrenzung, aber das gilt ja dann doch für alle Fälle im Trading, oder? Wir halten fest:
Die Frage, wo genau der Einstieg erfolgen soll, wird durch die Regel nicht beantwortet. Und ergänzen: sie wird nie beantwortet. Traden ist und bleibt riskant und das Risiko mehrt sich drastisch, folgt man Regeln, die nichts bringen.

Was wir wissen und was auch ein besseres Chance-Risiko und also auch eine höhere Gewinnwahrscheinlichkeit bietet ist die Regel, die wir charttechnisch schon in Teil II: Die Charts kennengelernt haben:
Der Long-Einstieg im Aufwärtstrend sollte im Bereich charttechnisch abgeleiteter Unterstützungen, der Short-Einstieg im Abwärtstrend entsprechend im Bereich identifizierter Widerstände erfolgen.


Ein Fazit aus alledem – und viele der vermeintlich guten Regeln haben wir gar nicht erst behandelt – ist:
Wir brauchen solche Gehirnverrenkungen wie ein „Bearish Engulfing am Widerstandscluster aus gleitendem Durchschnitt, Fibonacci-Retracement, Trendlinie und horizontalem Widerstand“ nicht.
Uns genügt zum Glück manchmal ein signifikantes Fibonacci-Retracement. Manchmal verbinden wir es mit einem gleitenden Durchschnitt, etwa dem EMA 200. Widerstand und Unterstützung sehen wir im Schlaf, weil wir immer danach Ausschau halten.
Nebenbei schauen wir auch schon mal auf das Handelsvolumen, aber als brauchbar hat es sich in den seltensten Fällen erwiesen.
Saisonalität oder auch Tageszeitfenster – nach dem Motto: Irgendwann müssen die doch alle mal essen oder zum Klo – sind für uns eher Griff in dasselbe, aber nicht geeignet für kluge Traderinnen und Trader.

Was wir schätzen sind impulsive Phasen und Ranges, also nicht-impulsive Phasen und deren zeitliche  Segmentierungen; wir kommen immer wieder auf diese Sachverhalte zurück.
Sentiment-Indikatoren stimmen heutzutage überhaupt nicht mehr im Zusammenhang mit börsenbasierten Kursbewegungen. Sentix und animusX – was haben die mit dem wunderschönen Begriff Anima, die Seele, gemacht – ist etwas für Träumer.
Antizyklische Einstiege oder Ausstiege sind für uns keine Kriterien, sondern sind gute Ratgeber, je nachdem, wieviel ein Trader einsetzt und welchen Risikofaktor er/sie bereithält. Natürlich ist es nicht ratsam, wenn die Hütte zu brennen beginnt und alle zur Ausgangstüre – es gibt nur eine und nie einen schonenden Emergency Exit – rennen, bei den letzten oder eingeklemmt in der Mitte zu sein. Frühzeitig abhauen hat schon so manches Leben gerettet.
Wenn es dramatisch bergab geht, verliert man immer, wenn man nicht rechtzeitig short gegangen ist. Auch beim antizyklischen Trade. Denn woher weiss ich denn, wie tief es noch abwärts geht und wie lange?
Und glaubt überhaupt keinem von den Theoretikern und Börsen-Gurus, die Euch noch das Fehlsignal als Einstiegs-Option verkaufen wollen.

Fehlausbruch Muster

 

 

Und was sind dann diese Fehlausbrüche, wenn sie keine Fehlausbrüche sind? Das sind Kursmanipulationen, die der Hochgeschwindigkeitshandel ermöglicht hat. Deshalb, fallt nicht darauf rein, zumal ihr erst post festum solche kurzfristigen Kurssprünge feststellen könnt. Und, so schnell, wie die Hochleistungsrechner ist keiner von uns Retailern, wir kommen immer zu spät. Also taugt dieses „Signal“ nichts. Also lassen wir das.













Die Bestimmung von Ausstiegen.

Ist es schon schwierig, einen Einstieg zum richtigen Zeitpunkt und vor allem in die richtige Richtung zu bestimmen, so ist eine Bestimmung eines Ausstiegs oft nicht weniger kompliziert.
Natürlich will jede Traderinn und jeder Trader nicht zu hohe Verluste pro Trade riskieren, dafür aber möglichst eine hohe Gewinnchance. Das wollen alle und überall findet man kluge Ratgeber, wie dies zu bewerkstelligen sei.
Die alte Wall-Street-Weisheit: „Cut your losses short“ unterschreibt sicherlich jeder, aber allen bleibt die Frage erhalten: wo bzw. wann setze ich denn den „Cut“? Wir sprechen über eine außerordentlich wichtige Relation, die von Stopp-Losses. Wir haben gesehen, was es beudetet, nur einen kleinen bis mittleren Verlust in einem Trade zu machen. Um einen Verlust von beispielsweise 10 Prozent wieder auszugleichen, braucht man lediglich einen Gewinn von 11 Prozent. Läuft eine Position dagegen mit 50 Prozent ins Minus, müsste sich die Position anschließend verdoppeln, damit man wieder da steht, wo man begonnen hat. Und bei einem Verlust von 90 Prozent wären es bereits sagenhafte 900 Prozent; soviel zur Regel: Gewinnen laufen lassen. Denn schnell kehrt sich ein Kursverlauf um, und fällt ins Bodenlose, wie wir gezeigt haben.

Es gibt Fälle, da kann man sich vor einem Trade durchaus Gedanken darüber machen, was man erreichen kann und was man noch an Verlusten zu akzeptieren bereit ist. In solchen Fällen spricht man von „Initial-Stopps“, die unmittelbar nach der Eröffnung des TRades auch tatsächlich platziert werden sollten.
Man sollte dann auch ein anvisiertes Mindestkursziel schon bestimmt haben und dabei ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis eingehen; die meisten Tradingplattformen offerieren solche Tools meist kostenlos.
Ein Chance-Risiko-Verhältnis von mindestens zwei zu eins darf als vernünftig gelten. Mit anderen Worten sollte der ins Auge gefasste mögliche Gewinn mindestens doppelt so groß sein wie der Verlust, der durch die Auslösung der Stop-Loss-Order entstehen würde. Zugleich sollte das Gesamtrisiko für das Depot idealerweise nicht mehr als 2 Prozent betragen, um ein angemessenes Money-Management sicherzustellen.
Es hat sich aber gezeigt, dass die meisten professionellen Trader bereit sind, ein Gesamtrisiko von 0,5 bis 1,0 Prozent zu akzeptieren. Und das sollte auch von weniger erfahrenen Traderinnen und Trader nicht überschritten werden.

In der Praxis sehen wir bei der Festlegung eines Stopp-Loss-Wertes nach wie vor das folgende Vorgehen: einen vergangenen wichtigen Tiefpunkt (bei einer Long-Position) bzw. einen vergangenen wichtigen Hochpunkt (bei einer Short-Position) zu verwenden. Solches Vorgehen setzt die chattechnischen Analysen außer Kraft, deshalb warnen wir davor. Man spekuliert auf Kursbrüche, die sich oft als Fakes herausstellen, wie man auf Kursverläufe, als Trendfortsetzungen spekuliert, die auch schnell sich als Fakes erweisen können.

Häufiger sehen wir eine andere Möglichkeit der Bestimmung eines Stopp-Losses nach dem von Welles Wilder entwickelten volatilitätsbezogenen Average-True-Range-(ATR-)Indikator zu verwenden. Der ATR-Indikator – auch auf den meisten Trading-Plattformen kostenlos – misst die sogenannte wahre Handelsspanne über eine definierte Periode. In der Standardeinstellung findet die Periodenlänge 14 Anwendung.
Üblich sind Stop-Loss-Abstände von der einfachen ATR bis zur zweifachen ATR. Beträgt die ATR (14) bei Positionseröffnung also beispielsweise 150 Punkte im DAX-Tageschart, so kann der anfängliche Stop-Loss 150 Punkte bis maximal 300 Punkte entfernt platziert werden, falls man auf Basis des Tagescharts seine Trading-Idee entwickelt hat. Die ATR kann jedoch auch auf kürzere oder längere Zeiteinheiten angewendet werden, womit die entsprechenden Stops dann näher oder weiter entfernt liegen.

Diese ganzen Bestimmungsarten – es gibt noch einige mehr als die, die wir bis hierher behandelt haben – aber haben einen Nachteil: ihnen fehlt eine Gesamtbetrachtung. Sie kommen aus einer Zeit, als Gesamtbetrachtungen noch nicht üblich waren, auch, weil es die Instrumente auf den Handelsplattformen – etwa die Indikatoren und die Charttechnik – noch nicht gab.
Meine-Börse stellt Euch eine solche Gesamtbetrachtung am Beispiel von US-Zertifikaten vor. Das Gute daran ist, dass sie Excel-basiert ist, also die Möglichkeit bietet, alle Faktoren, die sich aufeinander beziehen, leicht und unabhängig von Märkten zu verändern.


Ihr findet in der Excel-Tabelle folgende Felder:
USA Kurs Aktie – Einstieg Aktie – sl – Ziel – Kurs/sl – Kurs/sl in Proz. – WKN Zertifikat – Akt.Kurs-Zert – Hebel – Kurs/sl Zerti – sl-Zerti – Einsatz – Stück
Mit ein wenig Sprachfantasie könnt Ihr die Abkürzungen verstehen: sl meint Stopp-Loss – Zert(i) meint Zertifikat…
Wichtiger aber sind die Formeln, die hinter den Excel-Feldern rechnen, und die Ihr euch anschauen solltet. Denn verändert Ihr eine Position, ändern sich die Werte in allen anderen Feldern und vor allem im Ergebnis (Take Profit Felder).

Die Muster-Datei steht hier zum Download bereit.

Über den Autor

Dr. Franz Rieder – 35 Jahre Erfahrung im Aktien- und Zertifikate-Trading, Entwickler von Algo-Tradingsystemen. Betreiber von meine-börse.de.