Geldmengen Theorie.

Der Begriff ist wie kaum ein anderer mit einem Namen verbunden, hier Milton Friedman.
Die Geldmengentheorie ist ein zentrales Konzept in der Volkswirtschaftslehre, das den Zusammenhang zwischen der Geldmenge in einer Volkswirtschaft und dem Preisniveau untersucht. Sie basiert auf der Quantitätsgleichung des Geldes, die oft als ( MV = PY ) dargestellt wird.
Dabei steht ( M ) für die Geldmenge, ( V ) für die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes, ( P ) für das Preisniveau und ( Y ) für das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP).

Diese Theorie geht davon aus, dass eine Erhöhung der Geldmenge ( M ), bei konstanter Umlaufgeschwindigkeit
( V ) und konstantem realen BIP ( Y ), zu einem Anstieg des Preisniveaus ( P ) führt, also zu Inflation. Umgekehrt kann eine Verringerung der Geldmenge deflationäre Effekte haben.

Die Geldmengentheorie ist besonders mit der monetaristischen Schule verbunden, die von Ökonomen wie Milton Friedman geprägt wurde. Monetaristen betonen die Bedeutung einer stabilen Geldpolitik, um Inflation zu kontrollieren und wirtschaftliche Stabilität zu fördern; so viel, so gut.

Was bringt uns der Hinweis auf die Monetaristen hier im Bereich Forex?
Richtig; ins Grübeln.


Denn wenn es so einfach wäre, dann wäre ja alles in Butter. Die Notenbanken bzw. deren Geldpolitik wäre ein ideales Steuerungsinstrument, und sie könnten über die Inflation auch die Beschäftigung, resp. den Arbeitsmarkt steuern; so jedenfalls sehen es (fast) alle angelsächsischen und US-amerikanischen Ökonomen, vor allem deren Notenbanker, an oberster Stelle der Chef der Fed.

Aber nicht nur in den USA streiten sich Gegierungen und Notenbanken wie die Kesselflicker. Die Politik will niedrige Zinsen bzw. einen Zinkorridor von 1,8 bis 2,2%, der als ideal für Stabilität angesehgen wird, also ein stabiles Verhältnis von Wirtschaftswachstum (BIP) und Beschäftigung (strukturelle Vollbeschäftigung).
Milton Friedman, Träger des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften, der als einer der wichtigsten Ökonomen des letzten Jahrhunderts gilt, starb im Jahr 2006, dem Jahr der letzten großen, weltweiten Finanzkrise (lies dazu auch: Das Paradoxon der Geldpolitik).
Wäre man Anhänger des Hindenburg Omens (später dazu mehr), könnte man geradezu von einer zyklischen Koinzidenz von Ereignis und Erwartung sprechen; wie dem auch sei. Wir möchten auf einen Sachverhalt hinweisen, den Friedman überraschenderweise nicht angemessen berücksichtigt hat, der aber eine entscheidende Rolle in der Wirtschaftspolitik pielt, wenn gleich ihn kaum jemand bis heute beachtet.

Was beeinflusst (interner Faktor) das Wirtschaftswachstum und den Arbeitsmarkt wirklich?

Niemand unter der Riege der anerkannten Ökonomen hat die globalen Auswirkungen der Spreizung zwischen „Reich und Arm“ auf dem Schirm. Reich und Arm meint nicht nur reiche bzw. superreichen Menschen, sondern auch – immer im Sinne der Ökonomie – reiche Unternehmen, reiche Staaten.
Was machen die mit ihrem Geld bzw. Kapital (überwiegend Buchgeld)? Sie legen es an. Wennmöglich zu guten Zinsen, aber auch nur zum Parken und Warten auf bessere Zeiten (günstige Einstiegszeitpunkte).

Friedman und die anderen denken noch in einfachen Kategorien. Die Zinspolitik der Notenbanken steuert wirtschaftliches Wachstum, fördert es durch niedrige Zinsen, bremst es duch höhere; so denkt auch donald t. Schlicht wie sie sind, glauben sie: bei niedrigen Zinssätzen investieren Unternehmen und stellen dann notwendigerweise auch mehr Menschen ein, die mehr produzieren, was wiederum das BIP wachsen lässt; aber so simpel sind Unternehmen schon lange nicht mehr.

Wenn es schon das Geld ist, das den materiellen Wohlstand eines Landes mehrt, idem es das Wachstum der Wirtschaft befeuert, dann suchen wir doch mal, wo das richtig große Geld denn liegt bzw. versteckt ist.
Dann nehmen wir einfach mal den Vermögensverwalter und Erfinder der ETFs, BlackRock. Der verwalteltete in 2025 ein Vermögen von 11 Billionen USD. Setzen wir die Summe der des deutschen Staatshaushaltes gegenüber, dann hat allein BlackRock so viel Geld in Anlagen – und die überwiegend meisten sind an den weltweiten Börsen angelegt – wie deutsche Haushlter oder Finanzminister in etwa 22 Jahren zur Verfügung haben.
Und woher kommt die ganze Knete? Nee, richtig, nicht von den Armen dieser Welt. Denn, wenn sie überhaupt etwas verdienen, nimmt der Staat per Steuern und Abgaben so viel weg, dass die nie den Weg an die Wall Street finden werden. Schaut nach unten in die Tabelle; na, sind das Zinsen? So werden Reiche schnell noch reicher und die Investments finden ihre Renditen in der Welt; natürlich nicht so sehr in Schulen, Sozialwohnungen und -stationen, Kitas, usw.

Aktie     % 1M % 1J % 5J KGV
Wells Fargo & Co            
 
-10 13 152 9,8    
Goldman Sachs Group Inc            
 
-10 22,3 114 16,6    
JPMorgan Chase & Co            
 
-8 20,3 107 9,3    
Bank of America Corp            
 
-12 0,5 41,2 8,6    
Citigroup            
 
-13 6 31,1 7,3    
Coastal Financial Corp (EVERETT)  
 
-5,6 99,7 331 10,6
First Citizens Bancshares Inc     -9,8 -5,7 213 1,9
Canadian Western Bank     -4,1 106 146 8,5
American Express Co     -8,4 8,1 145 15,7
SLM Corp     -10 25,7 144 10,2
Discover Financial Services     6,2 44,2 129 6,3
Raymond James Financial     -12 5,9 124 13,2
Bank of New York Mellon Corp     -12 33,3 107 11
BayCom Corp     -1,7 25,2 95,9 7,9
Capital One Financial Corp     -3,5 21,7 89,6 8,4
National Bank of Canada     -2,7 2,2 88,6 9,6
Canadian Imperial Bank of Commerce     0,1 26,2 79,2 10,9
Ganze Liste hier.            

Alles liegt am Wettbewerb und dessen Ausdruck ist die Handelsbilanz.

Fangen wir mit der Handelsbilanz an, dann wäre sie ausgeglichen, wenn Exporte und Importe sich die Waage halten (monetär). Deutschland hat jehrzehntelang mehr exportiert als importiert und das Resulat des Handelsbilanzüberschusses war eine wachsende Wirtschaft (BIP), wachsender Wohlstand und ein asymetrisches Wachstum des Reichtums gegenüber der Armut. Der volkswirtschaftliche Reichtum zog hinaus in die Welt wie die Waren und Dienstleistungen und die Menschen (Deutschland der Weltmeister im Tourismus). Deutsche und Deutschland exortierten Unmengen an Geld, was in den USA, in China etc. seine Abnehmer fand.

Das deutsche Angebot an Geld überstieg die Nachfrage, bis sich dieses Verhältnis zum USD umkehrte aufgrund der immensen Verschuldung der USA, weil deren Leistungsbilanzdefizit immer größer wurde und weiter wächst. China brauchte unser Geld nicht, bekam es doch genug durch ihre Exporte. Die wachsende Geldsumme in Deutschland und in China führte dazu, dass deren Währungen stabiler wurden, vor allem gegenüber der Weltleitwährung USD. Und deren Exportgüter wurden teurer, was wiederum die exportierende Wirtschaft anfeuerte, noch reicher machte (in Deutschland vor allem Automobil, Maschienenbau, Chemie) und ein großer Teil diese Reichtums wieder exortiert werden musste, weil die Wettbewerbsfähigkeit umgekehrt reziprok dazu im monetären Sinne sank.

Deutschland hatte extrem niedrige Zinsen und auf dem Höchstand des Wirtschaftswachstums sogar negative Zinsen. Staaten und institutionelle Anleger exportierten Geld nach Deutschland, parkten es dort in einem „sicheren Hafen“, aber Deutschland konnte mit dem Geld nichts anfangen, so lag es nur herum. Öffentliche Investitionen gab es kaum, Investitionen in die Industrie hätten die „teuren“ Produkte aus Deutschland so sehr verbilligt, dass kein Gewinn mehr zu erzielen gewesen wäre. Also ging das vorhandene Geld weiterhin auf Reisen.

War es jahrelang genau anders herum, so verzeichnet Chinas Außenhandel 2025 einen Rekordüberschuss von knapp 1,2 Billionen US-Dollar, trotz eines Exportrückgangs in die USA um 20 Prozent. Die Exporte nach Deutschland steigen um 10,5 Prozent, während die Importe aus Deutschland um 2,1 Prozent sinken.
Der Hang Seng China Enterprises notiert mit 9.291,27 Pkt. noch im Novemebr 2025 + .0,21 %. Chinas Handelsbilanz erreichte im November 2025 114,14 Milliarden Dollar und liegt damit leicht unter der Schätzung von 114,35 Milliarden Dollar. Die Exporte stiegen um 6,6 Prozent und die Importe um 5,7 Prozent, beide Werte übertrafen deutlich die Erwartungen.

Der Euro steht (noch) hoch gegenüber dem USD. Rein vom wirtschaftlichen Potenzial her betrachtet, müsste, bei gleicher Produktivität, der USD gegenüber den EURO etwa doppelt so hoch notieren; eine Katastrophe für ein Land, das mehr exportieren will und muss. Trotz Zöllen und anderen Restriktionen ist der Außenhandelsüberschuss von Deutschland und der gesamten EU gegenüber den USA weiterhin gestiegen, wenn gleich nominell nicht mehr so hoch wie noch in 2022 und 2023 (+71 Mrd. €).

Die Reichen der Welt halten die USA am Leben – nicht umgekehrt.
Auslandsdirektinvestitionen (FDI) in die USA.
Gesamtvolumen 2025 (geschätzt): ~$400–500 Mrd.
Herkunft: Europa (ca. 60–70%, v. a. Deutschland, UK, Frankreich) und Asien (Japan, Südkorea).
Zielsektoren: Technologie, Pharma, Energie, Automobil.
Portfolioinvestitionen (FPI) in die USA
Gesamtvolumen 2025 (geschätzt): ~$1,5–2,0 Billionen
Herkunft: Global, aber stark aus Europa (Anleihen, Aktien) und Japan (v. a. US-Staatsanleihen).
Ziel: Finanzmärkte (Aktien, Anleihen, ETFs).
Verhältnis FDI zu FPI (2025, geschätzt):
FDI: ~20–25% der gesamten Auslandsinvestitionen
FPI: ~75–80% (dominierend, da liquider und kurzfristiger).
Gründe für die Unterschiede:
FDI fließt langfristig in Unternehmen/Infrastruktur.
FPI ist flexibler und reagiert auf Zins-/Marktentwicklungen (z. B. US-Anleihenrenditen).
Ihr seht, das Verhälnis ist etwa 3 oder 4 zu 1 zugunsten liquidierter Vermögen.

Fazit: Die US- Börsen, vor allem der NASDAQ profitieren, nicht die Werkbänke und Exportindustrie in den USA.
Das Geld, welches in die USA fließt, macht auch deutsche Reiche exponentiell reicher und fließt nicht in deutsch Schulen, Infrastruktur, industielles Wachstum.

Vermögensentwicklung der Reichen vs. Durchschnitt (letzte verfügbare Daten, ca. 2021–2023)
Top 10%: Ihr Vermögen stieg um ~30–40% seit 2010 (u. a. durch Immobilien, Aktien, Unternehmensbeteiligungen).
Top 1%: Noch stärkerer Anstieg um ~50–60% (Billionen-Effekte durch Großunternehmen, Erbschaften).
Durchschnittsbevölkerung (Median): Nur ~10–15% Vermögenszuwachs (hauptsächlich durch Lohnsteigerungen, kaum Vermögensaufbau).

Aktuelle Vermögensverteilung:
Top 10% besitzen ~60–67% des Gesamtvermögens.
Top 1% allein hält ~30–35%.
Untere 50% der Bevölkerung: Nur ~1–3% des Vermögens.

Gründe für die Diskrepanz:
Kapitalerträge vs. Löhne: Reiche profitieren von Zinsen, Dividenden und Wertsteigerungen (z. B. DAX +120% seit 2010).
Immobilienboom: Preise verdoppelten sich in Städten – wer bereits Eigentum hatte, gewann stark.
Erbschaften: Die Hälfte des deutschen Vermögens wird vererbt, nicht erarbeitet.

Vergleich zum Einkommen:
Die Einkommensungleichheit (nicht Vermögen!) ist stabiler: Die reichsten 10% verdienen ~8–9x mehr als der Median.

Ihr seht, es ist besser an den Börsen engagiert zu sein, als sein Geld auf die hohe Kante zu legen; was früher in den 60er bis 80er Jahren sicherlich vernünftig war.
Trader treiben Handel mit den Reichen dieser Welt, das muss man wissen.
Ihr werdet beim Traden – wenn es denn gut geht – reicher mit und durch die Reichen.
Es gibt Alternativen, aber dazu kommen wir später.
Wichtig ist: Trader, insofern sie ihr Geld exportieren, sorgen nicht für bessere Schulen, mehr Bäder, bessere Infrastrutur, stabilere Sozialsysteme, also auch nicht für unser System der Sozialen Marktwirtschaft.
Nota bene.

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Über den Autor

Dr. Franz Rieder – 35 Jahre Erfahrung im Aktien- und Zertifikate-Trading, Entwickler von Algo-Tradingsystemen. Betreiber von meine-börse.de.