Hier findet Ihr börsenrelevante Hintergrund-Informationen aus der Politik, vor allem der Geldpolitik, der Wirtschaft und den Finanzsystemen.

Düsseldorf - Background Graffiti
Wir schreiben den 20.04.2026 und halten fest. Der Ölpreis (hier kommt die besondere geografische Situation ins Spiel) ist wichtig für den Welthandel. Steht der Ölpreis unter dem Druck der kriegerischen Auseindandersetzung zwischen dem Iran und den USA, geht der Druck auch über auf die Erwartungen bezüglich des Welthandels, was wiederum Einfluss auf die Börsen in Europa und den USA hat. In den USAilt dies mehr für den Dow und den S&P, weniger für den NAS100, der zur Zeit mehr von den Problemen rund um die KI/AI getrieben ist.

Und was machen die Kriege?

Die WTO warnt, dass der Krieg gegen den Iran und hohe Energiepreise das diesjährige Wachstum des globalen Warenhandels um 0,5 Prozentpunkte drücken könnten; ohne Energiepreisschocks veranschlagt sie 1,9%. Für 2025 erwartet die WTO 4,6% Wachstum (zuvor 2,4%), McKinsey wegen des KI-Booms sogar über 6%.
US-Präsident Trump spricht sich laut Wall Street Journal gegen weitere Angriffe auf iranische Energieinfrastruktur aus.
Die EZB hebt wegen höherer Energiepreise infolge des Iran-Kriegs ihre Inflationsprognose für den Euroraum 2026 auf 2,6 Prozent an (zuvor 1,9 Prozent) und senkt die Wachstumserwartung für 2026 auf 0,9 Prozent. Für 2027 veranschlagt sie 2,0 Prozent Inflation und 1,3 Prozent Wachstum.

Meine-börse wird die Auswirkungen der Kriege nicht nur nach volkswirtschaftlichen Kriterien analysieren. Ganz drumherum kommen wir aber auch nicht.

Die Volatilität im DAX ist heute, am 19. März 2026, spürbar angestiegen, was auf Nervosität am Markt hindeutet. Der VDAX-NEW, der die erwartete Schwankungsbreite misst, notiert mit etwa 25,52 Punkten deutlich über dem langfristigen Durchschnitt, was eine erhöhte Absicherungssicherung der Anleger widerspiegelt. Der Markt zeigt sich also hoch volatil. 
Die Volatilität im Nasdaq 100, gemessen am CBOE NASDAQ-100 Volatility Index (^VXN), deutet derzeit auf eine moderate Schwankungsbreite hin. Die 1-Monats-Volatilität liegt im Bereich von ca. 17-18%. Der Index zeigt aktuell eine YTD-Volatilität von etwa 73% (bezogen auf die Gesamtperformance-Schwankung). 

Und was kosten die Kriege wirklich?

Wir erinnern uns: die Total Cost of Ownership (TCO) haben sich stets als deutlich höher erwiesen, als die direkten, volkswirtschaftlich berechenbaren Kosten; ein Faktor *10 ist dabei nicht zu hoch angesetzt. Was kostet der Verlust an Freiheit, die Auflösung regelbasierter Ordnungen, Diktaturen und autoritäre bis neo-faschistische, politische Systeme?
Demnächst dazu mehr.

KI und die Gefahren für’s Finanzsystem.
Am letzten Handelstag im Februar 2026 gab es recht deutliche Rückgänge in US amerikanischen Finanztiteln, American Express, JP Morgan, etc.
Hintergrund waren Äußerungen von JP Morgan Chef ,Jamie Dimon, der sich an dieVorläufer der Finanzkrise 2008 erinnert sieht.
Ohne in die Untiefen des weltweiten Finanzsystems eintauchen zu wollen, einige grundsätzliche Ausführungen sind unabdingbar. Schließlich sind auch unsere Aktivitäten an der Börse betroffen.

Wir alle wissen mehr oder weniger genau, dass die Geschäftstätigkeit von Banken gesetzlichen Regelungen unterliegt. Darüber hinaus hat der ein oder andere schon einmal von der Bafin gehört, deren Aufgabe es ist, hierzulande die Einhaltung von Regeln zu überwachen.

Das ist der regulierte Bereich des Finanzsystems bzw. ein wichtiger Teil hiervon.
Neben dem regulierten Bereich gibt es den unregulierten Bereich: die sog. Schattenbanken. Die Schattenbanken unterliegen also nicht den üblichen gesetzlichen Auflagen, so ist beispielsweise die Kreditvergabe wesentlich „lascher“ und in der aktuellen Goldgräberstimmung bzgl. „Künstlicher Intelligenz“ werden fleißig Darlehen ausgereicht.

Jeder möchte dabei sein. Investmentschwerpunkt war zuletzt die sog. KI-Infrastruktur, z.B. Rechenzentren und der Ausbau der Energieversorgung. Im Fokus stehen z.Zt. die sog. Private Credit Funds als Teil der Alternativen Investments (s. Anlageklassen).
Lt. Analysen des Schweizer Bankhauses UBS könnten die Ausfallraten dieser Private Credit Funds auf bis zu 15 Prozent steigen.

In diesem Zusammenhang zu nennen sind die Aktien großer Private-Credit-Häuser wie Blackstone, Apollo Global Management und Blue Owl.
Der Kurs von Blue Owl erreichte mit ca. 10,50 Dollar den tiefsten Stand seit Sommer 2023. Vom Allzeithoch aus gesehen, betragen die Verluste mittlerweile bis zu 60%. Bei Blackstone belaufen sich die Abschläge auf ca. 30 Prozent.

Auslöser des letzten Abverkaufs war eine Meldung von Blue Owl, Vermögenswerte in Höhe von 1,4 Mrd. Dollar aus drei Kreditfonds zu liquidieren und die Rücknahme für einen Fonds auszusetzen. Ein solcher Vorgang gilt im allgemeinen als Warnsignal. Und potenziert sich, wenn ein Markt bereits in den kritischen Focus der Öffentlichkeit geraten ist.

Zweiter gewichtiger Grund für Sorgenfalten sind zahlreiche Überkreuzbeteiligungen von in die KI-Entwicklung engagierter Unternehmen. Dies untergräbt die Transparenz dieser Verbindungen. Hinzu kommt, dass selbst die bekannten großen Marktteilnehmer ihreInvestitionen kreditfinanzieren.

Drittens kursieren Befürchtungen, dass durch den Markteintritt neuerKI-Tools/Agenten ganze Geschäftsmodelle implodieren – z.B. Software, aber auch Vermögensverwaltungen und Internetplattformen. In der Folge verlören nicht nur viele Firmen ihre Daseinsmöglichkeit, sondern auch viele Menschen ihre Arbeitsplätze. Dies wiederum hätte negative Auswirkungen auf die Privatwirtschaft in Form wegbrechenden Konsums, etc.

Abschließend sei gesagt, dass es sich getreu dem alten Satz: „Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt..“ bzgl. der KI-geprägten Zukunft erst einmal um Szenarien handelt. Was wir aber aus der (Börsen-)Geschichte – Stichwort: Eisenbahn- und Dot.com-Blase wissen, ist, dass Übertreibungen in der Regel korrigiert werden. Im schlimmsten – natürlich nicht wünschenswerten – Fall in Form eines Börsencrashs.


Viermal im Jahr, jeweils am dritten Arbeitstag im März, Juni, September und Dezember ist Indextermin.
Die Indextochter der Deutsche Börse Group, STOXX Ltd., hat die Neuzusammensetzung der DAX-Blue-Chip-Indizes veröffentlicht.

MDAX Aufnahme – Entnahme
Deutz AG – TeamViewer SE
Salzgitter AG – Fielmann Group AG
Jenoptik AG – Carl Zeiss Meditec AG


SDAX Aufnahme – Entnahme
Carl Zeiss Meditec AG – Jenoptik AG
Fielmann Group- AG Salzgitter AG
TeamViewer SE – Deutz AG
init innovation in traffic systems SE – PSI Software SE
Alle Änderungen werden ab dem 23. März 2026 wirksam.
Dernächste Termin für die planmäßige Überprüfung der DAX- Blue-Chip-Indizes ist der 3. Juni 2026.

Die Dax-Zusammensetzung bleibt unverändert.
Ob und wie Ihr Indexveränderungen für’s Trading nutzen könnt, erfahrt Ihr in Kürze unter Trading Know how.