Der Begriff Ökonomik versammelt unter sich alle wissenschaftlichen Theorien der traditionellen wie der modernen Lehren der Volkswirtschaften – der sog. politischen Ökonomie. Bekannte Namen und Ansätze sind die Klassische Nationalökonomie (Adam Smith, „unsichtbare Hand“), der Keynesianismus (staatliche Nachfragesteuerung bei Krisen), die Neoklassik (Grenznutzen, Gleichgewicht), der Monetarismus (Milton Friedman, Geldmengensteuerung) und die Marxistische Theorie (Kapitalismuskritik, Klassenkampf). Weitere wichtige Ansätze sind die Österreichische Schule (Hayek, Mises), die Institutionenökonomik (Veblen) und der Ordoliberalismus (Eucken) u.a.m.
Meine-börse betrachtet die Ökonomik stets vor dem Hintergrund des Geschehens auf den Internationalen Finanzmärkten, weiterführende wissenschaftliche Ansätze und Ausführungen werden betrachtet, insofern sie dazu dienlich sind.

Lest bitte weiter: Das Paradoxon der Geldpolitik.
Ein Credit Default Swap (CDS) ist ein Finanzinstrument, das wie eine Kreditausfallversicherung funktioniert und das Risiko eines Kreditausfalls oder einer Pleite auf einen Dritten überträgt.So funktioniert ein CDSVertragsparteien: Es gibt einen Sicherungsnehmer (Käufer) und einen Sicherungsgeber (Verkäufer).Prämie: Der Käufer zahlt regelmäßig eine Gebühr (den CDS-Spread) an den Verkäufer.Kreditereignis: Tritt ein Schaden ein — wie eine Insolvenz oder ein Zahlungsverzug des Schuldners — zahlt der Verkäufer einen Ausgleich.Ausgleich: Dies geschieht durch die Übernahme der wertlosen Anleihe oder eine Auszahlung der Geldwertdifferenz (Cash Settlement).
Wichtige MerkmaleKeine klassische Versicherung: Im Gegensatz zu einer normalen Versicherung muss der Käufer nicht zwingend den zugrundeliegenden Kredit besitzen. Man kann CDS auch rein spekulativ auf fremde Anleihen oder Staaten abschließen.Handel: Sie werden nicht an normalen Börsen, sondern direkt zwischen Banken und Profi-Anlegern (OTC-Markt) gehandelt.Risiko: Geht der Verkäufer des CDS selbst pleite, verliert der Käufer trotz der Absicherung sein Geld (Gegenparteirisiko).
Die Rolle von CDS in der Finanzkrise 2008Credit Default Swaps waren ein zentraler Brandbeschleuniger der globalen Finanzkrise. Sie verwandelten lokale Immobilienausfälle in ein weltweites Systemrisiko.Risikotäuschung: Banken bündelten minderwertige US-Immobilienkredite (Subprime) in komplexe Wertpapiere (CDOs) und versicherten diese mit CDS. Dadurch erhielten riskante Papiere künstlich Bestnoten (AAA-Rating) von Ratingagenturen.Spekulationsblase: Da man CDS kaufen konnte, ohne die zugrundeliegende Anleihe zu besitzen (sogenannte „Naked CDS“), wetteten Investoren massiv auf den Ausfall des US-Häusermarktes. Das Volumen der CDS-Verträge überstieg den tatsächlichen Wert der Kredite um ein Vielfaches.Der AIG-Kollaps: Der US-Versicherungsriese AIG verkaufte CDS-Absicherungen in astronomischer Höhe, ohne dafür genügend Eigenkapital als Reserve zu halten. Als die Immobilienblase platzte und die Kredite ausfielen, konnte AIG die Summen nicht zahlen und musste 2008 vom US-Staat mit rund 180 Milliarden Dollar gerettet werden, um den weltweiten Zusammenbruch des Bankensystems zu verhindern.
Das Gegenparteirisiko (Counterparty Risk)Das Gegenparteirisiko bezeichnet die Gefahr, dass der Absicherungsverkäufer im Ernstfall selbst pleitegeht und den Schaden nicht bezahlen kann.Systemrelevanz: Wenn eine große Investmentbank (wie Lehman Brothers 2008) ausfällt, bricht eine Kettenreaktion los. Alle von ihr verkauften CDS-Versicherungen werden wertlos, wodurch die Käufer plötzlich ungeschützt auf ihren Verlusten sitzen.Mangelnde Transparenz: CDS werden „Over-the-Counter“ (OTC), also direkt zwischen zwei Parteien und ohne öffentliche Börse gehandelt. Dadurch wusste 2008 keine Bank, wie viele Risiken die andere Bank in den Büchern hatte, was zu einem totalen Vertrauensverlust und dem Einfrieren des Kreditmarktes führte.💡 Heutige Schutzmaßnahmen (Regulierung nach 2008)Um diese Risiken einzudämmen, wurden die Finanzmärkte nach der Krise drastisch reguliert:Zentrales Clearing: Ein Großteil der CDS-Geschäfte muss heute über zentrale Kontrahenten (Clearinghäuser) abgewickelt werden. Das Clearinghaus schaltet sich als garantierte Zwischenpartei ein.
Margin-Anforderungen: Vertragsparteien müssen täglich Sicherheitsleistungen (Collateral oder Margins) hinterlegen. Sinkt die Kreditwürdigkeit eines Akteurs, muss er sofort mehr Geld hinterlegen.Meldepflichten: Alle CDS-Transaktionen müssen an zentrale Transaktionsregister gemeldet werden, damit Aufsichtsbehörden systemische Risiken frühzeitig erkennen können.
- Wie der CDS-Spread für Staaten bestimmt wirdDer CDS-Spread (auch CDS-Prämie genannt) wird in Basispunkten (bp) pro Jahr angegeben ((100\text{ bp} = 1%)). Wer eine Staatsanleihe im Wert von 10 Millionen Euro absichern möchte, zahlt bei einem Spread von 50 bp eine jährliche Prämie von 50.000 Euro.Die Höhe dieses Spreads wird durch den freien Markt (Angebot und Nachfrage im Interbankenhandel) bestimmt. Er basiert maßgeblich auf folgenden mathematischen und ökonomischen Faktoren:Ausfallwahrscheinlichkeit (Hazard Rate): Das ist die vom Markt geschätzte Wahrscheinlichkeit, dass ein Staat in einem bestimmten Zeitraum pleitegeht. Je höher das Risiko (z. B. durch hohe Verschuldung, politische Instabilität), desto höher der Spread.Erwartete Rückzahlungsquote (Recovery Rate (R)): Der Prozentsatz des Nennwerts der Anleihe, den Gläubiger nach einer Staatspleite trotz allem zurückerhalten. Standardmäßig wird am Markt bei Staaten oft eine feste Quote von 40% angenommen ((R = 0,40)).
Verlust bei Ausfall (Loss Given Default – LGD): Berechnet sich als (1 – R). Bei einer standardmäßigen Recovery Rate von 40% verliert der Investor im Ernstfall effektiv 60% des Kapitals.Aktuelle Marktbeispiele (Stand: August 2026):Die Ratingagenturen und der Markt stufen Länder sehr unterschiedlich ein. Das zeigt sich direkt in den 5-jährigen CDS-Spreads:Deutschland (Rating: AAA): ca. 7,04 bp (Implizierte Ausfallwahrscheinlichkeit von extrem geringen ~0,12%).USA (Rating: AA+/AA): ca. 34,17 bp (Implizierte Ausfallwahrscheinlichkeit von ~0,57%).Krisenstaaten: Liegen oft bei mehreren hundert oder tausend Basispunkten, da der Markt einen Ausfall für sehr wahrscheinlich hält.
Physische Lieferung vs. Barausgleich (Cash Settlement)Kommt es zu einem Kreditereignis (z. B. Staatsinsolvenz oder erzwungene Umschuldung), greift die Absicherung. Es gibt zwei Wege, wie der Gewinn bzw. Ausgleich berechnet und abgewickelt wird.Strukturierter Vergleich der AbwicklungsartenMerkmal Physische Lieferung (Physical Delivery)💶 Barausgleich (Cash Settlement)AblaufKäufer liefert dem Verkäufer die ausgefallene Anleihe.Kein Tausch von Anleihen. Der Verkäufer zahlt nur den Wertverlust in Geld.Zahlung des VerkäufersZahlt den vollen Nennwert (100%) der Absicherung.Zahlt die Differenz: Nennwert minus Marktwert.Ermittlung des RestwertsErgibt sich automatisch durch den Verkauf der erhaltenen Anleihe.Wird über ein standardisiertes Auktionsverfahren (ISDA) ermittelt.Naked CDS geeignet?Nein, da der Käufer die physische Anleihe erst am Markt besorgen müsste.Ja, ideal für reine Spekulanten ohne echte Anleihen im Depot.🧮 3. Berechnungsbeispiel im ErnstfallSzenario: Sie sichern ein Anleihen-Portfolio im Nennwert von 10.000.000 € mit einem CDS ab. Der Staat meldet Insolvenz an. Der aktuelle Marktpreis (Restwert/Recovery Rate) der gecrashten Anleihen fällt nach der Pleite in einer Auktion auf 35% ihres ursprünglichen Wertes.Option A: Physische LieferungSie übergeben dem CDS-Verkäufer die wertgeminderten Anleihen (aktueller Marktwert: 3,5 Mio. €).Der Verkäufer überweist Ihnen den vollen vertraglichen Nennwert: 10.000.000 €.Ihr wirtschaftliches Ergebnis: Sie haben Ihre unbeschädigten 10 Mio. € zurück. Der Verkäufer sitzt auf den Anleihen im Wert von 3,5 Mio. € und hat einen Verlust von 6,5 Mio. € verbucht.Option B: Barausgleich (Cash Settlement)Es findet kein Austausch von Wertpapieren statt.Es wird die Verlustdifferenz berechnet:(\text{Auszahlung}=\text{Nennwert}\times (100%-\text{Restwert}%))(\text{Auszahlung}=10.000.000€\times (100%-35%)=10.000.000€\times 65%=\mathbf{6.500.000€})Der Verkäufer überweist Ihnen direkt 6.500.000 € auf Ihr Konto.Ihr wirtschaftliches Ergebnis: Sie behalten Ihre alten Anleihen (Wert: 3,5 Mio. €) und erhalten 6,5 Mio. € bar. Zusammen besitzen Sie wieder exakt 10 Mio. €.Hinweis für Spekulanten: Wer die Anleihe gar nicht besessen hat („Naked CDS“), macht bei Option B (Barausgleich) einen reinen Reingewinn von 6.500.000 € aus der Wettabrechnung. Deshalb ist der Barausgleich über Auktionen heute der absolute Marktstandard an den Finanzmärkten. Quellen: Wikipedia, CFA Institut, Gabler Wirtschaftslexikon

Visa und Mastercard geraten nun zunehmend unter Druck und mit ihnen zerfällt die finanzielle Vorherrschaft der USA in den weltweiten Zahlungssystemen. Das wird der teuerste Preis sin, den die US-Bürger für die Wahl des irrlichternden donald t. zu zahlen haben:
Immer mehr Staaten bauen eigene Bezahlsysteme auf – und lösen sich Schritt für Schritt von den USA. Und die USA verlieren eine Marktdominanz, die den Bürgern – neben der Dominanz des US-Dollar – erlaubt, ca.. 3-5 mal mehr Schulden zu machen als etwa Bürger in Europa oder Asien.
Es begann mit dem Ärger über Brasilien. Im vergangenen Monat beklagte sich Jamieson Greer, Amerikas oberster Handelsbeauftragter, darüber, dass das brasilianische Sofortzahlungssystem „Pix“ amerikanische Unternehmen wie Visa und Mastercard in unfairer Weise benachteilige. Als Reaktion darauf schlugen die USA – eigentlich der liebe donald in seiner notorisch ahnungslosen Weise – einen zusätzlichen Zoll von 25 Prozent auf brasilianische Waren vor.
Die Brasilianer blieben unbeeindruckt. „Pix ist eine brasilianische Errungenschaft, und wir werden sie nicht aufgeben“, entgegnete Luiz Inácio Lula da Silva, Brasiliens Präsident und bekannter Kritiker der US-amerikanischen Präsidentschaft und deren globalem Machtansprüchen.
Diese Entwicklung spiegelt aber mehr als nur eine brasilianische die neue geopolitische Realität des globalen Finanzwesens wider.
Von der sprach Finanzminister Scott Bessent im Jahr 2025 noch als „Wirtschaftspolitik des 21. Jahrhunderts“ und beschrieb das US-Vorgehen, bei dem der weltweite Zugang zum Dollar und zur amerikanischen Wirtschaft „nicht mehr bedingungslos“ sein wird wie in der Vergangenheit. Darauf haben viele Länder bereits reagiert.
Vergessen haben der Finanzchef wie sein oberster Chef die immensen Vorteile für die USA, die aus dem weltweiten Primat von US-Dollar und Zahlungsverkehr herrühren. Mit den Reaktionen der Länder und deren Bestreben, eigene Zahlungssysteme aufzubauen, zerfällt das globale Finanzsystem in regionale und nationale Systeme. Dies geschieht zunächst im Zahlungsverkehr und bereitet dem amerikanischen Duopol der Branche, Visa und Mastercard, Kopfzerbrechen; mehr jedenfalls, also sich die Polit-Oberen noch vorstellen können.

Aufbau eines europäischen Zahlungs-Konkurrenten.
Bereits im Januar 2025 warnte Aurore Lalucq, die Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments, davor, dass ein feindlich gesinntes Amerika dem Kontinent leicht den Zugang zur Zahlungsinfrastruktur versperren könnte. Erfahrungen diesbezüglich gab es ja schon, jüngst die Drohung, den Iran von allen Geldströmen abzuschneiden.„Man wird nicht sagen können, man sei nicht gewarnt worden“, sagte sie und argumentierte, Europa müsse eigene Alternativen aufbauen.
Im Zuge der europäischen Geldpolitik koppeln immer mehr Länder ihren Zahlungsverkehr von den USA ab. John Collison vom Zahlungsdienstleister Stripe nahm die Sorge auf, blieb aber in einer Art der Selbstberuhigung mutig hinter der Vision stehen: donald make Amerika great again. Aber die eingebildete Weltherrschaft der MAGA Irren musst schnell einsehen, dass die Sorge vor westlich dominierten Zahlungsnetzwerken auf Länder, die „schwierige geopolitische Beziehungen“ eben nicht beschränkt.
Nachdem Russland durch amerikanische und europäische Sanktionen von der internationalen Zahlungsinfrastruktur abgeschnitten worden war, stellte es auf ein eigenes Nachrichtensystem (SFPS) sowie ein eigenes Kartennetzwerk (Mir) um. Auch China hat aus Furcht vor amerikanischer Dominanz eine eigene grenzüberschreitende Infrastruktur aufgebaut – sowohl durch staatliche Initiativen als auch durch die Expansion privater Großunternehmen wie Alipay und WeChat Pay.
Xu Gao, Ökonom bei der Bank of China International, sprach’s „dass China über sichere internationale Zahlungskanäle verfügt“ und „das Renminbi-Zahlungsnetzwerk weltweit ausbaut“. So hat die Bank of China kürzlich Dutzende Länder in ihr digitales Yuan-System für grenzüberschreitende Transaktionen aufgenommen, aber nur zu Übergangszwecken. Denn das Ziel ist keine grenzüberschreitende, sondern eine wettbewerbsfähige Geldpolitik, und das müssen die US-Granden wohl erst noch einsehen.
Im März verzeichnete Chinas Cross-Border Interbank Payment System (CIPS), eine Alternative zum in Belgien ansässigen, aber von den USA dominierten SWIFT-Interbankennetzwerk, einen Rekordwert von durchschnittlich 920 Milliarden Yuan (134 Milliarden US-Dollar) an täglichen Zahlungsströmen. Das entspricht einem Anstieg von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im April erreichte es laut dem Datenanbieter FXC Intelligence mit 1,2 Billionen Yuan ein neues Allzeithoch beim Transaktionsvolumen an einem einzigen Tag.
Zum Vergleich: Fedwire Funds Service: Die Zentralbank-Infrastruktur wickelt im Schnitt rund 4,59 Billionen USD pro Tag ab (ca. 869.000 Transaktionen täglich).
CHIPS (Clearing House Interbank Payments System): Das größte private System für den internationalen und nationalen US-Dollar-Großbetragszahlungsverkehr bewegt täglich etwa 2,01 Billionen USD.
Es ist noch weit für den „Rest der Welt“. Aber eins steht sicher fest, geht es so weiter, werden die USA fortwährend Liquidität verlieren und der Rest der Welt wird entsprechend gewinnen.

Ein paar ernstzunehmende Wettbewerber: Das „Unified Payments Interface“ (UPI), Indiens auf QR-Codes basierendes Zahlungssystem, ist derzeit bereits in neun weiteren Ländern im Einsatz und für weitere Länder sind entsprechende Vorhaben in Planung. Ritesh Shukla von NPCI International, der Organisation, die die Auslandsaktivitäten von UPI steuert, berichtet von einer „umfangreichen Roadmap“ für die weitere Expansion.
Der Einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA) ist ein System für Zahlungen in Euro und zählt mittlerweile 41 Länder zu seinen Mitgliedern. Eine Koalition aus europäischen Banken und Fintech-Unternehmen unterstützt Wero, ein Digital-Wallet-System, das nationale Schnellzahlungssysteme wie die niederländische Plattform iDeal integrieren soll.
„Es ist einfach, unkompliziert und ‚Made in Europe‘“, wirbt die Website der Plattform. Na, ja, ein wenig mehr Zurückhaltung aus Erfahrung bzw. Erfahrungslosigkeit im Umgang mit globalen Systemen der Finanzwirtschaft, wäre angebracht. Die EZB hofft zudem, bis 2029 einen von der Zentralbank ausgegebenen digitalen Euro einführen zu können; das hat man vor 10 Jahren schon für 2021 terminiert – ist hat Europa.
Visa und Mastercard bauen Unabhängigkeit aus. Der Aufstieg „souveräner“ Zahlungssysteme, insbesondere in Europa – einer wichtigen Einnahmenquelle für das internationale Geschäft von Visa und Mastercard –, könnte deren beneidenswerte operative Margen von über 50 Prozent schmälern. In ihren jüngsten Geschäftsberichten nannten beide Unternehmen die „Bevorzugung“ heimischer Zahlungssysteme als Geschäftsrisiko.
Unter anderem ist der Bau eines Technologiezentrums in Polen geplant, das 2027 eröffnet werden soll. Zudem hatten Unternehmensvertreter im April eine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Zahlungsdienstleister UnionPay bekannt gegeben, um Echtzeitzahlungen in China anzubieten.

Auch Mastercard bemüht sich mit Hochdruck darum, sein Geschäft vor geopolitischen Veränderungen zu schützen. „Es gibt heute ein europäisches Zahlungsnetzwerk, das zum Wohle Europas arbeitet. Dieses Netzwerk ist Mastercard“, schrieb Kelly Devine, die Präsidentin des Mastercard-Geschäfts auf dem Kontinent, im Jahr 2025. Um diese Aussage zu untermauern, errichtet das Unternehmen derzeit drei Rechenzentren im Wert von 250 Millionen Euro in Frankreich, die zu den bereits bestehenden zwölf in Europa hinzukommen.
Der Wunsch vieler Staaten nach mehr Kontrolle über ihre Zahlungssysteme könnte langfristig dazu führen, dass regionale Netzwerke nicht mehr miteinander kompatibel sind. Das würde Finanzbetrug und Sanktionsumgehungen erleichtern – und der Weltwirtschaft schaden.
Ein von SWIFT in Auftrag gegebener Bericht warnt, dass die zunehmende Fragmentierung des Finanzsystems das weltweite Bruttoinlandsprodukt bis 2030 um 2,6 Prozent drücken könnte, wenn aktuelle Trends anhalten. Der Preis für mehr Zahlungssouveränität könnte damit deutlich höher ausfallen als erwartet – auch für die USA.
Quellen: Focus.de –
Der Originaltext erschien zuerst bei „The Economist“: „Storm clouds gather over America’s financial supremacy“ und wurde von Andrea Schleipen ins Deutsche übersetzt.
Weitere, ausführliche Analysen und Bewertungen der Bedeutung von Zahlungssystemen für die Wirtschaft, besonders der USA, findet Ihr hier in Buchform: Philosophie des menschlichen Daseins, Band 5. Digitalisierung – Geld, Politik und KI.
