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August 2026: Kurzfristige Chartanalyse Gold, Silber, Platin
| Gold | Chart | Trendbasierte Fib Extension und Bollinger Bänder |
| Silber | Chart | Trendbasierte Fib Extension und Bollinger Bänder |
| Platin | Chart | Fib Retracment und Bollinger Bänder |
Gold: bis 4.737, dann Rücksetzer bis 4.274 möglich oder Fortsetzung der Erholung. Dann wäre der Chart eine vollendete C-Welle einer A-B-C-Struktur. Dazu bald mehr hier im Training.
Silber: bis ca. 90,5 USD. Sonst gilt dasselbe wie für Gold. Beide laufen parallel, was nicht selten vorkommt. Bald mehr dazu.
Platin: Abwärts-5er in Korrektur-Zone. Unter 213,08 Potenzial nach unten auf 61,8er. Über 240,68 Potenzial hoch auf 262,35.
Mai 2026: Gold und Silber
Gold
Nach einer furiosen Rallye im gelben Edelmetall in 2025 ging Gold im Januar 2026 in eine deutliche Korrektur über, in der bis zu 1/4 des Wertes abgegeben wurden.
Ganze 70% Wertzuwachs konnten zum Jahresultimo 25 verbucht werden. Damit gehörte Gold zu den sog. „most crowded trades“ des vergangenen Jahres. Entsprechend hoch war die mediale Präsenz.
Wenn eine solch‘ dynamische Rallye – temporär, so unsere Annahme – endet, ist es Zeit, einen Blick auf das übergeordnete Bild zu werfen.
Vorweg geschickt noch der Hinweis, dass es sich um ein ultralangfristiges Chart handelt – 1970 – 2026. Entsprechend relativieren sich die eingezeichneten Kursziele, bricht man diese auf jährliche Zuwächse herunter, entsprechend lang auch die Korrekturphasen, in denen mit dem Edelmetall nicht wirklich etwas zu verdienen war.
Festzuhalten bleibt: Auch zum aktuellen Zeitpunkt müssen wir mit einer längerfristigen Korrektur rechnen, bildet Gold doch gerade das Gegenstück zur Korrektur von August 20 bis November 22 aus (s. Chart.)
Erst danach können wir an das verlockende Kursziel von ca. 7.500 USD denken, wobei ein weiterer Zwischenstopp bei ca. 6036 bis 6.323 einzuplanen wäre, dem abermals eine längerfristige Korrektur folgen würde.

Tote Hose? Nicht ganz!
Auch wenn unser Wert – vom unten stehenden Tageschart aus betrachtet – bereits einmal in den möglichen Zielbereich der Korrektur eingetaucht ist, bleibt schon allein aufgrund der oben beschriebenen zeitlichen Komponente die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass es noch einmal zu einem Touchdown mit der Zielzone kommt. Dies könnte eine attraktive Kaufgelegenheit werden, selbst wenn der Kurs nicht sofort dynamisch wieder zu steigen beginnt. Ziele könnten dann mit Hilfe der Fibonacci-Retracements bzw. der Identifikation entsprechender Widerstandsbereiche bestimmt werden. (Beides liegt oftmals gar nicht so weit auseinander.)
Die mögliche Zielzone wurde hier mit Hilfe der Elliott-Wellen-Theorie ermittelt.

Silber wird häufig noch ein wenig despektierlich als Gold des kleinen Mannes bezeichnet – meint aber, dass für einen Einstieg weniger Kapital erforderlich ist als für den „großen Bruder Gold“.
Die Impulsbewegungen sind in beiden Werten ähnlich, – häufig kann man sie als parabolische Rallyes bezeichnen. (Link Wiki). Allerdings ist Silber der marktengere Wert und weist eine deutlich höhere Volatilität auf.
Auch im Silber werfen wir einen Blick auf den ultralangfristigen Chart.
Die eingezeichnete Brüder Hunt-Rallye führte auf einen Hochpunkt bei ca. 48 USD. Sie ist als eine klassische Spekulationsblase in die Börsengeschichte eingegangen. Wer diese Geschichte noch nicht kennt, dem sei nachfolgend verlinkter Wikipedia-Artikel wärmstens empfohlen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Silberspek…BCder_Hunt
Wem es seinerzeit gelang, im unteren einstelligen USD-Bereich einzusteigen – und vor allen Dingen – auch wieder mit vollen Taschen auszusteigen, konnte sich glücklich schätzen. Wer sich aber erst spät mit dem „Silber-Fieber“ infizierte und nahe dem Hochpunkt einstieg, musste geschlagene 30 Jahre warten, um sein Geld wiederzusehen. Wer an dieser Stelle glaubte, jetzt endlich die dicken Gewinne einfahren zu können, wurde abermals enttäuscht. Erst nach weiteren 14 Jahren, anno 2025 – gelang es dem Silber, die magische Schwelle bei ca. 50 USD zu durchbrechen und in einer furiosen Rallye sein bisheriges Allzeithoch bei etwa 121 USD im Januar 2026 zu erreichen. Wir sprechen also über eine Zeitspanne von 44 Jahren, in der mit einem klassischen Buy-and-hold-Ansatz (Kaufen und liegen lassen) eine solche Position überwiegend im Verlust gelegen hätte. Die Inflation haben wir an dieser Stelle noch gar nicht in unsere Überlegungen aufgenommen.

Mai 2026: Platin und Palladium.
Platin
Der Platin-Langfristchart – von 1969 bis heute/2026 – zeigt zwar einige Parallelen auf, aber momentan keine fundierte Prognosemöglichkeit.
Zu den Parallelen:
Die Aufwärtsstrecken – vom Tief Anfang der 70ger Jahre bis zum Hoch in 2008 und vom Tief in 2019 bis zum Hoch im Dezember 2025 – sind nahezu identisch. Eine auf allen Zeitebenen sehr häufig zu findende Ratio. (Blaue Kästchen im Chart.)
Die Rückläufe von den Hochs in 1980 und 2007 sind prozentual nahezu identisch (-73,85% bzw. – 74,7%). (s. rote Linien im Chart.)
Der prozentuale Vergleich ist eine weitere Möglichkeit, um Rücklaufziele zu ermitteln.
Was tun in einem solchen Fall?
Wir schauen uns die Charts der übrigen Protagonisten im Bereich Edelmetalle an. Zuweilen finden sich dort Anhaltspunkte für die weitere Kursentwicklung im Sinne der „allgemeinen Marschrichtung“.
Generell sollte man allerdings das klarere Chartbild bevorzugen.

Palladium
Palladium ist das einzige der bekannten Edelmetalle, das bei der 2025ger Rallye bzgl. neuer Allzeithochs leer ausging. Das bisherige ATH stammt aus dem Jahr 2021 und liegt somit bereits 5 Jahre zurück. Insgesamt ist Palladium also das schwächste Edelmetall und scheint sich mit einer volatilen Seitwärtsbewegung begnügen zu wollen.
Proportionalitäten und Symmetrien:
Der im Chart als Strecke 2 gekennzeichnete Bewegungsabschnitt ist 3 mal so lang wie Strecke 1.
Das blaue Kästchen könnte eine mögliche Symmetrie anzeigen. Falls es dort eine Kursreaktion gibt, ist das Ziel der Reise allerdings eher ungewiss.

| Edelmetalle befanden sich in 2025 in sog. parabolischen Rallyes. Der heutige Tag zeigt, wie heftig Kursrücksetzer in einem solchen Umfeld ausfallen können. Wer zu diesem Zeitpunkt (29.12.2025) bei Edelmetallen noch Long Positionen hielt, hat ordenliche Verluste geschrieben. Meine-börse hält die Titel weiter im Blick. |

GC1 = Gold Future. SI1 = Silber Future. XAUUSD und Gold sind zwei verschiedene Datenquellen. XAGUSD und Silber ebenso. Wir erkennen hier durchaus ein typisches Kursverhalten; dazu später mehr.
Gold Rücksetzer. Am 12. und am 15.12 bildete das Chart ein Doppeltopp, dazwischen sieht man den Rücksetzer. Am 18.12.2025 sehen wir das nächste Top und den Rücksetzer bis auf die Unterstützungslinie. Heute hat der Kurs erneut Fahrt aufgenommen und steht aktuell bei 4.414 $.

Lizenz: CC0 Public Domain – Federico Massarelli
| Gold (Chart): Der Preis für 1 Unze Gold kletterte im Jahresverlauf auf neue Allzeithochs. Eine Unze kostet aktuell (15.12.2025) etwa 3705 Euro. Auch auf Jahressicht zeigt sich eine ungebrochen starke Entwicklung. Seit Jahresbeginn hat der Goldpreis um 47,96 Prozent zugelegt(Quelle: Gold.de) Silber (Chart): Preis ist schwankend und liegt bei etwa 62 USD zur Zeit und damit rund 112 % im Plus. Platin (Chart): Preis aktuell bei 1.774,00 USD, legte seit Jahresbeginn 2025 in USD rund 97 % zu. Palladium (Chart) konnte 2025 deutlich zulegen – rund 72 % Plus. Preis aktuell bei 1.518,00 USD. |
Versuch einer Erklärung und einer Aussicht auf 2026.
| Gold hat 2025 eine Schwelle überschritten, die lange als kaum erreichbar galt. Auch Silber, Platin und Palladium legten teils kräftig zu. Viele Anleger suchten nach weniger spekulativen Werten wegen geopolitischen Unsicherheiten und anhaltenden Zentralbankkäufen. Vor allem die Rolle der Zentralbanken hat den Markt zuletzt zusätzlich angetrieben. Die jüngste Zinssenkung der Fed und die Aussicht auf weitere Zinsschritte haben die Attraktivität von Edelmetallen erneut erhöht. Hinzukommt ein zeitweise schwächerer US-Dollar und eine steigenden Nachfrage nach Edelmetallen aus der Industrie und aufgrund der Energiewende haben das Jahr 2025 zu einem der stärksten Edelmetalljahre der vergangenen 15 Jahre werden lassen. |
Sachlage.
Gold stand 2025 im Zentrum der Edelmetall-Rallye. Als globales Reserve- und Vertrauensmetall profitierte es vorrangig von den anhaltend hohen Käufen der Zentralbanken. Entsprechend stark fiel die Performance aus: Seit Jahresbeginn liegt Gold in USD rund 65 % im Plus. Für Anleger bleibt Gold damit weniger ein kurzfristiger Renditetreiber als vielmehr die stabile Basis jeder Edelmetall-Allokation.
Silber spielte 2025 seine Doppelrolle eindrucksvoll aus – und übertraf Gold deutlich. Einerseits wurde es als Investment-Alternative stärker nachgefragt, andererseits sorgte die hohe Industrienachfrage, vorwiegend aus dem Solarsektor, für zusätzlichen Rückenwind. Das Ergebnis ist außergewöhnlich: Silber liegt 2025 in USD rund 112 % im Plus.
Platin gehörte 2025 zu den Überraschungen unter den Edelmetallen. Nach Jahren relativer Schwäche rückte es wieder stärker in den Fokus. Neben seiner Rolle in der Autoindustrie gewinnt Platin zunehmend an Bedeutung im Zusammenhang mit Wasserstoff-Technologien und Elektrolyseuren. Entsprechend stark fiel die Erholung aus: Platin legte seit Jahresbeginn in USD rund 97 % zu.
Palladium ist eines der volatilsten Edelmetalle. Als klassisches Übergangsmetall wird es hauptsächlich dort eingesetzt, wo sich Technologien im Wandel befinden – insbesondere in der Autoindustrie, etwa bei Abgassystemen, die zunehmend durch andere Materialien oder Antriebskonzepte ersetzt werden. Entsprechend reagiert Palladium besonders sensibel auf Substitutionseffekte und Branchenverschiebungen. Trotz dieser Unsicherheiten konnte auch Palladium 2025 deutlich zulegen – rund 72 % Plus.
Geht die Ralley weiter?
Der Anstieg von Gold auf neue Allzeithochs ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines makroökonomischen „Perfect Storms“. Drei Faktoren treiben die Kurse massiv an:
* Zinssenkungsfantasie: Die Märkte preisen sinkende US-Leitzinsen ein. Da die Inflation jedoch unerwartet hoch bleibt, fallen die Realzinsen. Das macht zinslose Assets wie Gold und Silber im Vergleich zu Anleihen hochattraktiv.
* Zentralbanken auf Shoppingtour: Der wichtigste Treiber. Länder wie China, Indien und die Türkei tauschen US-Dollar in Gold, um sich gegen Sanktionen abzusichern (De-Dollarization).
* Geopolitische Dauerkrisen: Ukraine, Nahost, Taiwan – in einer Welt voller Konflikte bleibt Gold der ultimative „Safe Haven“ ohne Gegenparteirisiko.
Edelmetall Investments. Investroren waren, sind und bleiben gespalten in ihren Überzeugungen und Entscheidungen. Besonders an Gold und Silber scheiden sich die Geister. Kritiker betonen, Gold und Silber haben keinen intrinsischen Wert, d.h. sie erwirtschaften keine Gewinne, zahlen keine Dividenden und werfen keine Zinsen ab. Ein Barren bleibt ein Barren, er „arbeitet“ nicht, so die Kritiker.
Genau das aber, so argumentieren die überzeugten Investoren, macht Gold und Silber zu besonders attraktiven Investments, v. a. in unsicheren und Krisenzeiten, zur ultimativen Versicherung gegen Geldentwertung und Systemrisiken.
Stimmt das noch?
Ja, im Wesentlichen. Das sieht man auch deutlich im Chart.Schaut euch den Chartverlauf über die Jahre hinweg an, dann erkennt ihr: der Goldpreis steig steil an mit dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. Und ihr seht noch mehr. Der Chartverlauf kommentiert mit ansteigenden Kurse die sog. Subprime Crisis, das war die große Finanzkrise, die von den USA und deren Immbolienmärkten ausging, auf den Bankensektor übergriff (Lehman Pleite), dann auf den gesamten Interbanken-Handel sich ausweitete mit den Pleiten in Deutschland (WestLB Krise, IKB, Hypo Real Estate Pleiten usw.) und den zahlreichen Insolvenzen selst größerer Unternehmen in den USA und einigen dort ansässigen Börsen Gurus.
Wie wird richtig investiert in Edelemetalle?
Wer Vertrauen in die Schutzfunktion der Edelmetalle in Krisenzeiten teilt, fährt mit einer Beimischung von 2 bis 10 % des Gesamtvermögens am besten.
So könnte eine sinnvolle Aufteilung innerhalb dieses „Sicherheits-Bausteins“ aussehen:
* Ca. 70 % Gold. Das unangefochtene Fundament. Gold schwankt weniger als die anderen Metalle und bietet die höchste Sicherheit als Währungsersatz.
* Ca. 20 % Silber. Als Beimischung sorgt Silber für mehr Dynamik. Silber schwankt stärker, bietet aber in Aufschwungphasen oft höhere Renditechancen.
Bei Bedarf: andere Edelmetalle (Platin/Palladium). Wer sich auskennt, kann einen kleinen Teil in Weißmetalle stecken. Das ist jedoch reine Spekulation auf die Industriemärkte und für den reinen Sicherheitsgedanken kein Muss, eher ein Schwenk in Richtung Spekulation. Den sollte man nur wagen, wenn genügend Risikokapital vorhanden ist.
Was kaufen?
Physisch (Münzen/Barren). Die sicherste Variante ohne Gegenparteirisiko: Wenn Banken schließen oder Börsen crashen, habt ihr euer Vermögen immer noch in der Hand.
Für Anleger eignen sich klassische Anlagemünzen („Bullion Coins“) am besten, da sie weltweit akzeptiert werden und der Aufpreis zum reinen Materialwert gering ist. Die Evergreens sind der südafrikanische Krügerrand, der kanadische Maple Leaf oder der Wiener Philharmoniker. Bei größeren Summen sind Barren meist günstiger im Einkauf.
Die Lagerung: Das ist die Achillesferse. Ein Heimtresor bietet schnellen Zugriff, birgt aber Einbruchsrisiken (Hausratversicherung prüfen!). Bankschließfächer sind sicherer, kosten aber jährliche Gebühren und sind im Falle einer Bankenschließung eventuell kurzfristig nicht zugänglich.
Digital (ETCs). Wer keine Lust auf Logistik und Tresore hat, kauft „Papiergold“ über die Börse. Da in der EU Rohstoff-ETFs auf einzelne Werte nicht erlaubt sind, nutzt man hier sogenannte ETCs (Exchange Traded Commodities).
Vorteile: Sie sind extrem liquide, günstig im Kauf/Verkauf und meist sparplanfähig.
Die deutschen Sonderwege: Besonders beliebt sind hierzulande Xetra-Gold (Deutsche Börse) und Euwax Gold II (Börse Stuttgart). Beide sind mit physischem Gold hinterlegt und verbriefen dem Anleger das Recht auf Auslieferung.
Der große Pluspunkt: Durch dieses Auslieferungsrecht werden Kursgewinne steuerlich nach einem Jahr Haltedauer meist wie physisches Gold behandelt, sind also steuerfrei.
Das Risiko: Rechtlich gesehen sind ETCs unbefristete Schuldverschreibungen. Das bedeutet, es gibt ein theoretisches Emittentenrisiko. Sollte der Herausgeber pleitegehen, ist das investierte Geld im schlimmsten Fall Teil der Insolvenzmasse (anders als beim Sondervermögen in Aktien-ETFs), auch wenn die physische Hinterlegung dieses Risiko in der Praxis minimieren soll. Also auch hier gilt, Vorsicht und vorher infomieren.
Aktien: Minen- und Royalty-Unternehmen. In Ergänzung zu physischem Edelmetall und ETC-Investments können Aktien von Edelmetall-Förderern und Royalty/Fonds-Modellen eine interessante Risikoprämie liefern. Bei der Auswahl von liquiden, etablierten Titeln stehen drei Namen besonders im Fokus.
* Newmont ist der weltweit größte Goldproduzent mit umfangreichen Projekten in Nord- und Südamerika sowie Afrika. Das Unternehmen bietet einen direkten Hebel auf steigende Gold- und Silberpreise und profitiert überproportional von Rallyphasen am Spotmarkt.
Die Aktie befindet sich in einem klaren Aufwärtstrend und notiert aktuell auf Allzeithoch. Seit Jahresbeginn liegt Newmont in USD rund 134 % im Plus, getragen von der hohen Produktionsbasis, der breiten regionalen Diversifikation und dem Fokus auf margenstarke Kernminen.
* Barrick Gold ist einer der größten Gold- und Kupferproduzenten der Welt mit Minen in mehreren Regionen. Die Aktie liegt seit Jahresbeginn rund 145 % im Plus. Der Kursanstieg spiegelt den direkten Hebel auf den stark gestiegenen Goldpreis wider, aber auch die operative Stärke des Konzerns mit hoher Produktion, robustem Cashflow und einer klaren Kapitaldisziplin. Barrick ist ein gutes Beispiel für eine Minenaktie, die in einer Edelmetall-Rallye deutlich stärker performen kann als der Spotpreis selbst.
* Franco-Nevada ist einer der führenden Royalty- und Streaming-Player im Edelmetallsektor. Statt selbst Minen zu betreiben, erzielt das Unternehmen laufende Einnahmen aus Förderprojekten anderer Produzenten. Dieses Geschäftsmodell reduziert operative Risiken wie Kostenüberschreitungen oder Produktionsausfälle und sorgt für stabile Cashflows.
Was kommt 2026?
Gold:
Goldman Sachs sieht Gold bei 4.900 USD je Unze bis Ende 2026.
Der Edelmetall-Spezialist Heraeus rechnet mit einer Konsolidierung und gibt eine breite Spanne von 3.750 bis 5.000 USD je Unze an.
Der World Gold Council arbeitet mit Szenarien: Im Basisszenario bewegt sich Gold seitwärts. Bei einer Konjunkturschwäche sind 5 bis 15 % Aufwärtspotenzial drin, bei einer globalen Krise sogar 15 bis 30 %.
Silber:
BNP Paribas sieht Silber bei 100 USD je Unze bis Ende 2026 – was ein Anstieg von rund 60 % gegenüber dem aktuellen Niveau wäre.
Heraeus prognostiziert eine volatile Entwicklung mit einer Spanne von 43 bis 62 USD. Nach dem Allzeithoch von über 64 USD im Dezember 2025 sei eine Konsolidierung wahrscheinlich, bevor der nächste Aufwärtsschub komme.
Die Bank of America sieht Silber in der Spitze bis etwa 65 USD pro Unze – bei gleichzeitig erhöhter Korrekturgefahr nach dem Lauf.
Platin & Palladium: Für Platin gibt Heraeus eine Spanne von 1.300 bis 1.800 USD je Unze an. Der aktuelle Preis von rund 1.745 USD liegt bereits im oberen Bereich dieser Prognose. Das Angebotsdefizit dürfte sich 2026 verringern, aber der Markt bleibt unterversorgt.
Bei Palladium ist die Lage differenzierter: Heraeus sieht eine Spanne von 950 bis 1.500 USD. Der aktuelle Preis von rund 1.513 USD liegt damit leicht über der oberen Grenze der Prognose. Die Analysten warnen vor einem wachsenden Überschuss durch rückläufige Automobilnachfrage, da Elektrofahrzeuge keine Katalysatoren benötigen.
Risiken für 2026.
* Rücksetzer zählen wir zwar nicht zu den Risiken, sie können aber durchaus zeitweilig größere Verluste bedeuten. Die Gefahr zu Rücksetzern besteht. Und dies bedeutet eine höhere Volatilität (Kursschwankungen in beide Richtungen), manchmal in kurzfristigen Abfolgen. Korrekturen von 10-15% sind schnell möglich.
* Trump Risiko Reflation.
* Fed Risiko. Zinsen (Referenzzinsatz) bleiben hoch, weitere Zinssenkungsschritte bleiben aus.
Opportunitätsrisiko.
* Rezession trifft Industriemetalle: Während Gold in einer Rezession typischerweise profitiert, könnten Platin und Palladium unter Druck geraten. Beide sind stark von der Automobil- und Industrienachfrage abhängig.
* Unternehmensrisiken bei Minen: Steigende Produktionskosten, politische Instabilität in Förderländern und operative Probleme können Minenaktien belasten – selbst wenn der Goldpreis steigt.
Fazit: Allein die Schwankungsbreite der Analysten Aussagen macht deutlich, dass von einer stabilen Prognise nicht die Rede sein kann. Schwankungen von 25% bis sogar 100% sprechen eine deutliche Sprache und eine gegen ein engagiertes Langfrist Investment.
Investoren beobachten, erkennen Rücksetzer und identifizieren die dazugehörigen politischen und ökonomischen Szenarien sowie die Geldplolitik der Notenbanken, vor allem der Fed und der EZB (Europäische Zentralbank).
In einer solchen Situation helfen nur sorgfältige Chartanalyse und Wissen um die inneren wie die externen Zusammenhänge im börsennotierten Edelmetallhandel.
Transparenzhinweis. Der Artikel dient nur Informationszwecken und stellt keinen Aufruf zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.
Bitte beachten: Der Handel mit Derivaten ist mit einem erheblichen Risiko verbunden und kann unter Umständen zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen.
Über den Autor
Dr. Franz Rieder – 35 Jahre Erfahrung im Aktien- und Zertifikate-Trading, Entwickler von Algo-Tradingsystemen. Betreiber von meine-börse.de.
